Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 6 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Au Aes. (il, I und Lukas 4, 8. 3m „Bremer Kirchenblatt" erzählt eine Kranke von einer wunderbaren Bewabrung, welche sie init ihrer Begleiterin bei einer Reise durch Schlesien erfuhr, vor Antritt derselben sah sie im Traum auf der Lokomotive ihres Zuges das Wort: „Der Geist des HErrn ist bei mir." Ihle borgen schwanden und sie reiste wohlgemut ab. „Die Gebirgsbahn würde etwas Beängstigendes haben," meinte eine Reisegefährtin, mit der sie ein Gespräch angeknüpft hatte, „wenn man nicht wüßte, daß das Bahnpersonal so zuverlässig ist." Die Kranke fügte hinzu: „Und daß der liebe Gott den Zug führt." Die fremde Dame lächelte und sprach leise mit einer andern von überspannten Ideeen. Niemand im wagen ahnte, wie bald das vertrauen der Kranken belohnt werden sollte. Iu Hirschberg wurde übernachtet. Am andern Morgen sollte die Fahrt fortgesetzt werden. Aber die plötzliche Erkrankung der Begleiterin machte dies unmöglich. Erst am darauffolgenden Tage konnte man weilerreisen. Als die beiden Frauen auf dem Bahnhof erschienen und dem Beamten, der ihr Gepäck in Verwahrung genommen hatte, die Ursache ihrer Ausbleibens zu der früher festgesetzten Stunde angaben, rief derselbe: „Wohl mögen Sie von Glück sagen und Gott danken. Denn der Zug, mit dem Sie reisen wollten, ist entgleist. Sechs Menschen sind getötet und ihrer viele schwer verletzt." Da dachte die Kranke an den Traum, der ihr den göttlichen Schutz verheißen hatte. (!), laß zu allen Zeiten von Gottes Geist dich leiten! Wach emmat das Evangelium Aelri. Salornon Reinach, ein jüd. Gelehrter in Frankreich, schreibt, wie wir in „Ke Christianismo“ lesen, mit Bezug auf das neu entdeckte angebliche Evangelium Petri (vgl. „D. E." ^893, s. 7.):" „3,idem es die öffentliche Aufmerksamkeit wachrust, wird es vielleicht vielen Leuten den Gedanken eingeben, die andern Evangelien zu lesen. Das wäre ein ebenso großer Gewinn für die ernste wissenschaftliche Erörterung als ein großer Verlust für die Anwendung leerer Redensarten, in denen man sich gefällt." — Das Monatsblatt der L. 3'^- macht auf den judenfeindlichen Geist aufmerksam, der sich im Petrusevangelinm ebenso kundgebe wie bei dem Gnostiker Marcion. welcher letztere der Mitte des 2. Jahrhunderts angehört. Der Pseudo-Petrus sucht Pilatus von der Schuld an der Einrichtung 3esu zu entlasteu, um die 3nden um so mehr für dieselbe verantwortlich zu machen. 3^su Gebet für die 3uden Luk. 23, 5^ läßt er weg. Die Worte Luk. 23. qo f. sind bei ihm eine Strafrede an die 3nden, nicht an den Mitgekreuzigten. Er läßt die Soldaten des Landpstegers am Gftermorgen vor diesem die Gottessohnschaft 3esn bekennen und die Besorgnis äußern, daß die 3"den die Auferstehung des Getöteten erfahret! und dann die Wächter des Grabes steinigen könnten. Nach der doketischen Auffassung des falschen Petrus war 3esus nur teilweise ein 3ude, weil er überhaupt kein ganzer Mensch war. Er empfand keine Schmerzen. Seine göttliche Natur verließ bei der Kreuzigung die menschliche. hierauf wird vom verf. Mattb. 27, ^<5 bezogen. Aus dem Hagevuch eines Aücherkoten. 3» E. besuchte ich den jüd. Lehrer. Er war recht freundlich und ließ sich in ein {'/.> ständiges Gespräch mit mir ein. Er läßt jede Religion gelten. Er sage von keiner, daß sie die allein richtige sei. 3ch sagte: „Die richtige ist die, bei welcher man Frieden mit Gott, Vergebung der Sünden und eine gewisse Hoffnung des ewigen Lebens findet." Er betonte, wenn er niemand belüge und betrüge, Tote begrabe, Armen helfe, dann fei er selig. 3ch erwiderte: „Dies mag ein Wohlbehagen, ein angenehmes Gefühl bewirken, aber die Seligkeit ist es noch lange nicht. Denn diese besteht darin, daß man weiß: Die Sünden sind mir alle vergeben; ich bin bei Gott in Gnaden; er ist mein Vater, der mich liebt; ich brauche den' Tod nicht zu fürchten. . . " Als er sich auf sein Gutesthun berief, sagte ich: „Da haben Sie nur 3hre eigene Gerechtigkeit, und 3escna sagt doch: Unsere Gerechtigkeit ist ein unflätiges Kleid, wir find allesamt wie die Unreinen. Und Kapitel 45 handelt von dem Gegenteil dieser Selbstgerechtigkeit: So wahr als ich lebe, und ein Wort der Gerechtigkeit geht aus meinem Munde: Mir sollen sich alle Kniee beugen und alle Zungen bekennen und schwören: Im 6Errn habe ich