Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 6 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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wir vor 2 fahren traten, auf der Reise englisch lese. Dann nahm ich die Hamburger Nachrichten in die Hand, und es war mir merkwürdig, in den Airchenanzeigen zu lesen: „Franzos, res. Rirche. Deutscher Gottesdienst. pred. West." Möge der HErr ihn und durch ihn Dich und viele andere heute segnen! . . Da noch ein leeres Aoupee vorhanden war, zog ich vor, allein zu sein, sang zuerst: Lobe den HErren, den mächtigen Aönig re. und kniete dann nieder und betete . . . Soeben war Pastor Müller bei mir, da er mich in der Airche gesehen hatte. Er war recht freundlich, wie früher, und ich soll . . morgen abend mit einein aus Ostindien zurückgckehrten früheren Missionar . . bei ihm sein . . Rendsburg, den (7. Mai (8.39. — . . Beim Ausgehen fand ich gleich eine gute Gelegenheit, mit ö Juden in einen, Lade» über! Vi Stunden ruhig und angenehm zu sprechen . . heute früh . . hatte ich schon ein Gespräch mit einem alten jüdischen Ehepaar . . Seit ich vorstehendes geschrieben, bin ich ausgewesen, brachte zuerst ein Neues Testament den Zuden, in deren Laden ich gestern war, und hatte wieder ein Gespräch von fast '% Stunden mit ihnen, wobei die Frau des einen und die Tochter von dem eigentlichen (dem alten) Lehrer zugegen waren und sich alle recht gut benahmen. Möge nur das Wort auch an ihnen allen gesegnet sein und besonders auch das Lesen des Neuen Testamentes! Dann besuchte ich die bekannte Familie 11., und weil der Mann beim Anstreichen eines Zimmers beschäftigt war, so hatte ich ein ruhiges und nettes (wie D. v. P. sagen würde) Gespräch mit der Frau, wobei eine ihrer Töchter zugegen war. Rendsburg, den (8. Mai (S09. — . . Zch habe heute den ganzen Tag arbeiten können . ., bin zweimal unter den Juden gewesen . ., habe etliche bei mir gehabt, unter ihnen einen Soldaten, und eine Anzahl Bücher verteilt . . heute habe ich an Thristlieb geschrieben, damit wir morgen zusammen nach Friedrichsstadt reisen können, wohin mein Paß heute schon visiert worden ist . . Friedrichsstadt, den 20. Mai (839- — Pastor van der Smissen empfahl mir, im holsteinischen Hof einzukehren, . . weil es hier der Juden wegen besser sei, da, wenn einer zu mir kommen wolle, dies unbemerkter geschehen könne . . Wir unterhielten uns über die Absicht meiner Reife. Er nahm . . recht großen Anteil daran . . Er gab mir auch besonders Auskunft über den jüdischen Prediger, den ich . . gleich besuchte, und von dem ich nicht unfreundlich ausgenommen wurde. Ein Sohn von ihm ist getauft! Später besuchte mich Herr Pastor van der Smissen noch im Gasthof, und heute morgen hörten wir eine ernste Bußtagspredigt von ihm . . Nach der predigt waren wir zienilich lange bei einem christlichen Manne, der an der Iudensache warmen Anteil nimmt, und den Thristlieb entdeckt hatte. Obgleich die Juden wegen des Bußtages . . sich wenig sehe» ließe», so sprach ich doch noch etwas mit einem Mann und diesen Abend auch mit einer Frau. r.?c»'tsch„„g folgte