Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 5 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Gabe seine Dankbarkeit zu bezeugen. Als D. mcvfto, daß es mit ihm zum Sterben ging, sandte er dem Pfarrer einen Brief zu, welcher den kurzen Satz enthielt: „Der Arzt bedarf des Pfarrers." Was der Diener der Airche mit dem großen Heilkünstler gesprochen hat, ist nie bekannt geworden. Aber jene Einladung besagt deutlich genug, daß D. für die Todesnot den Trost begehrte, den der christliche Glaube darbietet. Ein gefeierter Ehirurg der allerneusten Zeit, Prof. Nuß bäum in München, suchte und fand auf dem Sterbebette denselben Trost. Doch bekannte er sich auch schon in gesunden Tagen zu Thristo. Da er wie jener Franzose ein Aatholik war, pstegte er vor dem Bilde des Gekreuzigten zu knieen. In seinem Arbeitszimmer hingen zahlreiche vom Alter verdunkelte religiöse Bilder, so daß der Raum einer Aapelle ähnlich war. Seine Gottesverehrung äußerte sich auch in hingebender Nächstenliebe. Obwohl er Millionen eingenommen hatte, starb er doch arm, weil er seinen Reichtum mit Bedürftigen teilte. Der Direktor der chirurgischen Alinik in Würzburg, Professor Schönborn, ein Protestant, legte bei der Einweihung des neuen Operationssaales daselbst ein Zeugnis von seiner demütigen Frömmigkeit ab. Er sagte: „Möge jeder Leidende, der diesen Raum betritt, es thun in dem Glauben, daß der gnädige und barmherzige Gott das Leiden, das er ihm auferlegt, auch heilen kann! Möge jeder Arzt, der das Messer ergreift, es thun im Gefühl der schweren Verantwortung, die er auf sich nimmt! Möge jeder, der die Freude erlebt, den Dank eines Geheilten entgegenzunehmen, mit dein Leibarzt des Aönigs von Frankreich, dem Erneuerer der Lhirurgie, dem Hugenotten Ameroise parr, sagen: „Ich habe ihn verbunden, Gott hat ihn geheilt." In Gastein wurde einmal der verstorbene Generalstabsarzt Di', v. Lauer, der als Leibarzt Wilhelms I. mit seinem kaiserlichen Herrn dies Bad regelmäßig alle Jahre besuchte, von einem von Schlaflosigkeit heimgesuchten weiblichen Aurgast um Rat gefragt. L. erkannte bald, daß der Aranken mit einem gewöhnlichen Schlafmittel nicht geholfen war. Er erklärte ihr: „Sie können nicht schlafen, weil Ihre Gedanken Sie nicht schlafen lassen; die summen Ihnen durch den Aopf wie Insekten. Daher müssen Sie Ihre Gedanken zusammennehmen, und zwar so, daß sie voll Frieden und Harmonie sind. Lesen Sie, bevor Sie zu Bett gehen, und zwar zwei Stunden vor Mitterllacht, ein Aapitel im Neuen Testamente still und aufmerksam, und dann beten Sie ein Vaterunser und machen die Augen zu, und Sie können schlafen. Sehen Sie, hier in den Bergen suchen die Aräutersammler die heilkräftigen Pflanzen um Mitternacht und graben nach den Wurzeln, weil da der Saft hinabsteigt und somit die Wurzeln am vollsten sind: so muß ein Mensch vor Schlafengehen seine Lebenskräfte in der Wurzel seilles Daseins sammeln, und diese ist nirgeilds anders als in dem lieben Gott und seinem Worte." Während des letzten deutsch-französischen Arieges vertrat einmal ein deutscher Lazarettarzt am Sterbelager eines Soldaten die Stelle