Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 5 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ebenso holzige Wurzel auslaufen. Im Wasser wacht sie aus; die Zweige strecken sich aus und öffnen den zusammengeballten Kelch der holzigen Pflanze, und auch die kleinen Kapseln an den. Zweigen thun sich auf. Daß sie auch zum Blühen kommen kann, wurde lange für eine mittelalterliche Lage gehalten, neuerdings aber als Thatsache festgestellt. Am Weihnachtsfest \89\ erhielt eine Sonntagsschülerin zu Köln a. Rh. unter dem Thristbaum von ihren Lehrern eine solche Rose. Die Kleine that sie in ein Glas mit Wasser, so daß die ganze Wurzel fortwährend frei im Wasser hing. Als der Frühling kam, setzte sich allmählich eine Menge von feinen Wurzeln um die im Wasser hängende hauptwurzel an. Im Sommer zeigten sich kleine grüne Triebe an den untersten Zweigen. Endlich waren die einst ganz erstorbenen Zweige mit Hunderten von frischgrünen, linsengroßen Blättchen bedeckt. Als eines Tages ein starker Gewitterregen niederging, stellte die kleine Pflegerin ihre Ierichorose in den strömenden Segen des Himmels hinein. Am nächsten Tage schlüpften einige feine, zarte Knöspchen zwischen dem Grün hervor und thaten sich auf. Die weiß-roten Blümchen hatten die Gestalt und Form des Vergißmeinnicht. Nun brachte das hocherfreute Kind seinen Schatz der Sonntagsschullehrerin, und diese schickte es mit demselben zu dem Leiter der Schule, Pastor Schneller, welcher im „Boten aus Zion" die merkwürdige Geschichte von dem enthüllten Geheimnis der Ierichorose erzählt. „Da sah ich," schreibt er, „voll Staunen die unscheinbare Ierichorose mit vielen wirklichen und leibhaftigen, lieblichen Blüten und hätte es doch früher nimmer für möglich gehalten. Hunderte von fadenartigen Saugwurzeln hingen im Wasser, und die einst so blasse Rose leuchtete wie ein Mägdlein, das im wonnevollen Monat Mai die holdselige Myrthenkrone ins haar gesetzt hat und nun seine Augen staunend aufhebt in all' ihrer Lieblichkeit zu Gottes blauem Himmelszelt." Schneller fragte das Kind: „Wie hast Du das nur angefangen?" Es antwortete lächelnd: ich habe nur gewartet!" Das Sandgewächs, welches also mit vollem Recht den Namen „Auferstehungsblume von Jericho" (Auastatica Hierocbuntica) trägt, ist ein Sinnbild des Landes, in dem es zu Hause ist, und des Volkes, dem einst dies Land gehörte. Wie Palästina, so soll auch Israel einmal eine Auferstehung feiern. Wir warten glanbensvoll, bis dieser Ostertag anbricht. Aber auch in dem andern 5inn, den das Wort hat, sollten wir warten. Es ist Ehristenpflicht, jene erstorbenen Pflanzen zu pflügen und die Zeit herbeiführen zu helfen, in welcher Gottes Macht sie zu neuem Leben erwecken wird. Fromme Arzte. Am 8. Febr. j833 starb in Paris der berühmte französische Chirurg Dupuytren. In seinen letzten Stunden war ein armer christlicher Geistlicher bei ihm, den D. einst von einem schrecklichen Krebsgeschwür befreit hatte, und der seitdem., alljährlich einmal zu seinem Lebensretter gekommen war, um durch Überreichung einer bescheidenen