Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 4 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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30 sie auf rechte Wege führen werden. Wehr können wir in der Regel nicht erwarten. Alles weitere muß ja erst der christliche Unterricht und die feelforgerliche Einzelpflege in ihnen pflanzen/' (Vgl. „(Lalwer Missionsblatt" \b92, Nr. \2) Bei den Israeliten, die sich mit der Mission einlassen, liegen oft ähnliche Beweggründe vor. Wir dürfen sie deswegen „nicht zurückweisen. Aber es gilt nun, das Verlangen nach einer Änderung der bestehenden traurigen Verhältnisse zu vertiefen, von dem irdischen Gut zum himmlischen überzuleiten. Wie lehrreich ist in dieser Beziehung das Gespräch Jesu mit der Lamariterin (Ioh. <£)! Kleine MssLonszeiLnltg. Der Missionsverein von Pastor Deiß in Lübeck bethätigte seine Teilnahme, an der Iudenmission wiederum durch Beiträge von je 50 Mk., welche er der Londoner Mission in Berlin 1111b der hiesigen laudeskirchlichen Misfionsgeselstchast überwies, sowie durch Unterstützung verwandter Werke des Reiches Gottes. „Ls ist Pflicht der Christen, Mission zu treiben," heißt es im Jahresbericht, „denn Gott will es, und die Nichtchristen haben es dringend notig." Daß die Erfolge nicht so geringfügig sind, wie manche behaupten, wird zuerst mit Bezug auf die Heiden dargethan. Dann lesen wir: „Auch die Misstonsarbeit unter den Juden ist nicht so erfolglos, wie das allgemeine Vorurteil meint ... Ls mögen wohl gar manche aus unlauteren Absichten sich der christlichen Airche anschließen, aber nicht wenige bringen auch große Opfer um des Evangeliums Jesu Christi willen und folgen dem Heiland unter viel Entsagung und viel Trübsal treu nach." — In Breslau veranstaltete der Schlesische Verein von freunden Israels 1(892 mehrere Missionsversaminlungen. Die erste fand bereits im Januar statt und wurde von dem Vorsitzenden des Vereins, Diak. Äonrad, abgehalten, viele Israeliten stellten sich am 29. u. 50. März ein (D. E. *892, S. 6.z). Einige erschienen auch am 2. Oktober, am Sonntag nach dem versöhnungstage. Bei dieser Nachfeier des Iom-Aippur redete Diak. A. nach 3. Mose \6 von der Versöhnungsbedürftigkeit, wie sie das schuldbewußte Gewissen und der allen Völkern gemeinsame Gebrauch der Opfer, desgleichen der jährliche versöhnungstag Israels bezeuge, hierauf zeigte Snp. Aoehler im Anschluß an Ies. 43, 2\ — 44, 4, daß das Opfer auf Golgatha das wahre, einzige Mittel fei, um die Befreiung von der Sünde und die Versöhnung mit Gott zu erlangen. Jesus ist der verheißene Versöhner. Das beweisen sein Leben, Leiden, Sterben und Auferstehen. Darum sollen Inden und Christen die Versöhnung annehmen, die uns von ihm angeboten wird. — Ein Rabbiner erzählte dem Mist, pick in Ara kau, er sei bei einem Juden gewesen, der kurz vor seinem Tode gerufen habe: „Ich will getauft werden! Ich will getauft werden!" Der Erzähler und andere Rabbiner konnten sich die Bedeutung dieser Worte nicht erklären. Da fanden sie im Talmud den Satz: „Manchmal wird ein Sterbender vom Teufel gequält." Sie meinten nun, jener Wunsch rühre daher, daß auch hier der Teufel eingegriffen habe. Pick sagte dem Rabbiner, jener Israelit habe sich wahrscheinlich früher mit dem Neuen Testament beschäftigt und angesichts der Ewigkeit Iesum als den Messias erkannt. „Es ist möglich, wirklich möglich," antwortete der Rabbiner. „Aber wer weiß es? Jedenfalls ist es wunderbar." — Miss. Rosenstrauch in Lemberg hatte im letzten Jahr 20 jüd. Schüler. Gegenwärtig stehen jo im Unterricht. Er nimmt grundsätzlich nur solche Leute an, die sich selbst ihr Brot verdienen. 5 frühere Zöglinge begaben sich auf eigene Aosten ins Ausland, um sich taufen zu lassen. 2 von ihnen studieren jetzt Theologie, der eine in Bonn, der andere in Basel. Seit dem Oktober v. I. hält R. tu seinem lhause an jeden: Sonntagnachmittag eine Bibelstunde, in welcher auf den Wunsch einiger jüdischer Teilnehmer zuerst der Galaterbrief durchgenommen wurde. Seine Anzeigen in öffentlichen Blättern bringen ihn mit vielen in Briefwechsel oder persönlichen Verkehr. — In Bukarest wurde die Witwe des Miss. Oczeret als „Bibelfrau" angestellt. Als solche wird sie unter den dortigen Jüdinnen wirken. — wie der 5\. Jahresbericht des Niederländis ch e n Vereins für Israel erzählt, wurden von seinen Sendboten im letzten Vereinsjahr mehr als \oo Ort-