Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 4 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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schäften besucht und zahlreiche Juden durch Unterredungen, Predigten und Schriften mit dem Evangelium bekannt gemacht. Oft prallte die Verkündigung des Evangeliums an der Gleichgiltigkeit der fiörev ab. Doch fand man auch solche, welche der Botschaft vom Heile gerne lauschten. Zwei Missionsschüler wurden getauft, der eine in Amsterdam, der andere in London. Und auch die Mutter des einen Zöglings bekannte ihren Glauben an Jesum Christum. viele christliche Freunde Israels erbaten sich Traktate, um sie für Juden zu verwenden. Line solche Bittstellerin schrieb: ,,Die Verantwortlichkeit, die wir als Christen gegenüber dem alten Volke Gottes haben, liegt mir stets schwer auf dem Herzen. Wie könnte es auch anders fein? wenn wir die herrliche Geschichte Israels kennen und es nun in seiner Verbannung mit der Mosesdecke vor seinem Angesicht sehen, dann muß uns wohl immer das Herz bluten. Es ist, als verständen noch so wenige Ehristen ihren heiligen Beruf gegenüber Israel." Ein eifriger Förderer der Missionsarbeit ist der Baron d'Ablaing van Gießenburg. Eine aolige Dame, die Baronesse Geel, leitet einen Kindermissionsverein für Israel. — In Leeds starb im Alter von 6^ Jahren der Proselyt Dr. med. Max Louis Roßvally, dessen Bekehrungsgeschichte in Nr. 2 der „D. E." von 1(889 nach gelesen werden kann. Er war bis zu seinem Tode ein eifriger Bekenner des Heilandes, den ihm zuerst ein sterbender Krieger gepredigt hatte. Die von ihm verfaßte Schrift, welche uns bei dem angeführten Artikel der ,,D. E." als Ouelle diente, wurde bis jetzt in \7 Sprachen und in etwa 2 Millionen Exemplaren verbreitet. — Die x882 in Verbindung mit der L. I.-M. gegründete Hilfsgescllschaft für jüd. Flüchtlinge, welche in Artus bei Jerusalem ein für 56 000 Mk. erworbenes Landgut besitzt, hatte bisher intt manchen Schwierigkeiten zu kämpfen. Kürzlich wurde eine derselben gehoben, indem die Regierung erlaubte, Däuser für die Ansiedler zu errichten. 8 Gebäude sind jetzt bereits vorbanden. — Nach langein warten erhielt die L. I.-M. die Nachricht, daß die türkische Regierung den Bau eines neuen Missionshospitals in Jerusalem nicht genehmige, weil das ins Auge,.gefaßte Anwesen einer Moschee zu nahe liege. Nachdem nun der Bauplan eineÄnderung erfahren hat, darf man wohl auf die Ausstellung des Firmans hoffen. Am j5. Dez. traf der neue Assistenzarzt, Hr. Gurney Mastermann, in der heil. Stadt ein. Zu Weihnachten taufte Pred. Kelk 5 Israeliten. Am 9. Novbr. wurde die neue Mädchenschule der Mission eingeweiht. Das 2. Missionsfest der deutsch-ev. Gemeinde konnte infolge der rechtzeitigen Aufhebung der Lholerasperre doch noch am und \7. Sept. gefeiert werden. — Am \5. Dez. starb in Algier Miss. Adolf Goldenberg. Er arbeitete dort im Dienst der L. I.-M. seit 1(889 (vgl. „D. E." ^90, 5. 56 f., 67 ff. ^89^ S. 95), nachdem er früher in Liverpool und London missioniert hatte. — /In Abessistien trat immer noch keine Wendung zum Besseren ein. Ein Aufstand, erneute Einfälle der Derwische, die Hungersnot und das Überhandnehmen wilder Tiere hinderten die Missionsthätigkeit, konnten sie aber nicht ganz unterdrücken. Zu Hause und auf Reisen predigten Miss. Argawi und seine Mitarbeiter Buße und Vergebung der Sünden. Eine Falaschafamilie erhielt die Taufe. Der Missionsbote Fanta David, welcher Briefe, Geld und Bücher aus Europa überbrachte, wurde von Räubern ermordet. In Chicago erscheint seit Anfang 1(892 viermal jährlich eine Iudenmissionszeitsthrift unterdem Titel: „Tlie J’ewisli Era.“ Einer der Herausgeber ist der Prediger Bernhard Angel, ein Iudenchrist. Er sammelt an jedem Sonnabend und Sonntag Inden um sich, um ihnen Jesutn als ihren Messias zu verkündigen. Die Mission in Chicago wurde \SS7 begründet und beschäftigt jetzt 5 Missionare. In Io!). 15, 13. Im September v. I. pflegte der 25 jährige Lehrer Ahrendt zwei Tage und zwei Nächte lang ein an der Cholera erkranktes Ehepaar auf dem Brauel im Landgebiet von Hamburg. Es hatte sich sonst kein Pfleger finden wollen. Die Frau erlag ihren Leiden und wurde von 21. und andern zu Grabe geleitet. Der Mann erholte sich langsam. Er und seine vier kleinen Kinder, die der treue Krankenpfleger mit versorgt hatte, da sie sich in demselben Raume wie die kranken Eltern befanden, wurden in die Cholerabaracke zu Neuengamme ausgenommen. Aber nun brach die Krankheit bei 2l. selbst aus. Vergeblich suchten zwei Ärzte ihn zu retten. Sterbend bat er diese, niemand zu ihm zu lassen, damit die Seuche nicht noch mehr Opfer fordere. Sein Heldenmut brachte ihm den frühen Tod. Die Hamburger werden