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Dibre Emeth · 1893-01-01 · 3 (1893) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
49 (1893)
Issue
3 (1893)
Date
1893-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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25 Ire GkauöwnrdigkeiL der yeik. L.chrift vezngtich des Levens Jesu. Am 23. November v. I. fand in Breslau eine Versammlung statt, in welcher der Sprecher der dortigen! freireligiösen Gemeinde unter großem Zudrang und lebhaftem Beifall über das Thema: „Jesus ein natürlicher Mensch" redete. Nach dem vortrage bat Subsenior Gerhard ums Wort, um zunächst seine Freude darüber zu bezeugen, daß der Name „Jesus" immer noch ein Magnet fei, der Tausende anziehe, und ein Fels, an dem niemand vorübergehen könne, ohne sich mit ihm auseinanderzusetzen. Auch sei es gewiß gut, Jesum einmal als einen natürlichen, d. h. wirklichen Menschen aufzufaffen, da er ein solcher und nicht ein Gott im Scheinleibe war. „Es fragt sich nur," fuhr der Geistliche fort, „ob er ein bloßer Mensch war wie andere. Und da gilt es, denke ich, von dem Werk auf den Meister, von denr Strom auf die Ouelle zu schließen. Nun ist das Christentum ein mächtiger Strom von Licht und Leben, Kultur und Gesittung, Trost und Frieden, der seit Jahrhunderten immer breiter über diese Erde dahingeht, und Millionen haben daraus Begeisterung und Ermunterung, Kraft und Trost im Leben und Sterben getrunken und thun es noch. Solchem Strom muß doch auch die Quelle entsprechen. Christus muß mehr gewesen sein als ein bloßer Mensch. Seine Jünger, die ihm Auge in Auge sahen, wußten dem überwältigenden Eindruck, den sie von seiner Persönlichkeit empfingen, keinen andern Ausdruck zu geben als: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes." Jesus wies dies Bekenntnis nicht ab, sondern sagte: „Auf diesen Felsen will ich meine Kirche gründen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen." Das hat sich bis heute erfüllt und wird sich weiter erfüllen. Paulus, einer der erbittertsten Gegner der jungen Christengemeinde, wurde durch die Erscheinung des erhöhten Christus zu einem der wirksamsten Werkzeuge des Reiches Gottes. Alle Anfeindungen gegen das Christentum von Julian Apostata bis Voltaire waren nicht im stände, dasselbe zu überwindeil." Pastor Gerhard ist seither auch mit einer schriftlichen Abwehr der von jenem freireligiösen Redner gegen den Christus der Bibel gerichteten Angriffe hervorgetreten (I. Max, „Breslau. 27 S. 40 Pf.). Die 7 Abschnitte der Broschüre, deren Titel sich mit der Überschrift über diesem Artikel deckt, behandeln die wichtigsten der einschlägigen Fragen: die beiden Stammbäume Jesu, allgebliche Widersprüche in den Evangelien, die jungfräuliche Geburt, die Wunder im Leben Jesu u. ). w. Mit Recht sagt der Verfasser (S. jo) von dem jüdischen Geschichtsschreiber Josephus, derselbe gehe offenbar absichtlich auf das Leben Jesu nicht näher ein. Daß Josephus mit diesem nicht ganz unbekannt war, beweisen mehrere Stellen seiner ..„Jüdischen Altertümer." Der katholische Professor Fr. Kaulen, dessen vortreffliche Übersetzung jener Schrift des Josephus bereits in 3. Auflage vorliegt (I. P. Bachem, Köln a. Rh. X u. 722 S. 9 Mk.), hält die vielbesprochene Hauptstelle nach ihrem ganzen Umfang für echt. In einer Anmerkung zu Buch XVIII, 3, 5 sagt er: „Alle Handschriften ohne Ausnahme haben die Stelle . . Eusebius, Hieronymus, Ambrosius, Kassiodor beziehen sich auf diese Worte . . wenn Josephus die unbedeutendsten Vorfälle in der Hauptstadt mit so großer Genauigkeit anführt, wie hätte er dann Jesus übergehen können, dessen Auftreten das ganze Land in Aufregung brachte? Buch XX, 9 nennt er ausdrücklich „Jesus, der auch Christus heißt;" er gedenkt ferner Johannis des Täufers B. XVIII, 5. auf die ehrenvollste weise, und doch hatte letzterer, wie aus Matth. 5, 7 erhellt, gerade die Pharisäer so ernst gestraft, daß Josephus (der ein Pharisäer war) ihm seilie Anerkennung ebensogut wie dem Heilande hätte versagen können, wir müssen demnach eine wunderbare Fügung des HErrn darin erkennen, daß gerade der Jude, der Pharisäer Josephus Zeugnis für den Heiland ablegt . ." Wie Leop. v. Ranke den Abschnitt der Altertümer ansieht, in welchem Josephus am ausführlichsten von dem Stifter des neuen Bundes bandelt, haben wir in den ,,D. E." von ^868 (S. 4.6 f.) mitgeteilt. Iie Londoner Kudenmission in ZSertin 1892. In verschiedenen Stadtteilen wurden öffentliche Missionsgottesdieuste abgehalten, während des ersten Vierteljahrs fand ein solcher allsonutäglich in einem Saal der Potsdamerstraße statt. Später wurde hier und dann seitdem 2. August im Ostpreußen-Saal der Gr. Hamburgerstaße nur an hohen christlichen und jüdischen Festen gepredigt. Außerdem war es dein Missionar vergönnt, in der

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