Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 3 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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99 halb mußte er Zurückbleiben. Ende November wurde Frau E. nach Tiberias gebracht. Sie konnte nicht reiten und wurde daher von etlichen Männern in einem Netz bis nach Tabijah getragen, dann mit dem Schiff nach Tiberias gebracht. Vom Schiff mußte sie ins Haus getragen werden. Es war uns wohl sehr traurig, solches zu sehen, aber wir hofften, daß sie sich in Tiberias erholen würde. Zuerst zeigte sich gute Besserung. Aurz vor Weihnachten kam der Vater von hrn. Ewing nach Tiberias. In den Weihnachtstagen vernahmen wir, daß es nicht besser gehe. Am Neujahrstage erklärte der Doktor, daß keine Hoffnung mehr sei. Ich kann nicht beschreiben, wie groß unsere Trauer ist. heute nachmittag, als wir in der Alinik mit Operationen beschäftigt waren, erschien fjr. Ewing und sprach wenige Worte mit denn Doktor. Dann wurde ein Telegramm nach England an die Mutter von Frau Ewing geschrieben. Alle Hoffnung ist aufgegeben. Gott der HErr stärke seinen Diener in den Tagen der Trübsal!" Schon wenige Tage später mußte unser Freund melden, daß das gefürchtete Ereignis eingetreten sei. In seinem letzten Schreiben lesen wir: „21m Sonntag, den 8. Jan., \2 Uhr nachts, entschlief die treue Dienerin des HErrn, die gute Frau Ewing, in Jesu Lhristo. Als ich den Doktor fragte, wie es beim. Tode zuging, meinte er, daß er unter vielen Sterbenden nie jemand so ruhig und willig habe sterben sehen. Als ich am Montag ins Haus kam und hrn. Ewing und seinen Vater grüßte, merkte er meines Herzens Wunsch und nahm mich die Treppe hinauf, brachte den Schlüssel aus seiner Tasche heraus und schloß das Zimmer auf, wo fein liebster Schatz aufgebahrt war. Wie sie im Leben immer ein freundliches Gesicht hatte, so lag sie nun mit demselben freundlichen Gesicht auf dem Bette. Es war kaum zu glauben, daß sie tot war. Nein, nein, sie ist nicht gestorben, sondern sie schläft. Als wir am Bette standen, sagte er, daß sie ihm befohlen habe, mir das letzte Lebewohl zu sagen. Dann gingen wir hinunter in den Garten, wo das Grab zubereitet wurde. Als ich ins Grab schaute, entdeckte ich den kleinen Sarg, in welchem vor neun Monaten das liebliche kleine Töchterchen begraben wurde. Jetzt wird die Mutter dicht neben dasselbe gelegt . . Dienstag, d. (0-, um H Uhr nachmittags fand die Leichenfeier statt. Rev. Golmer aus Akka begann mit Gebet auf englisch, dann las der protestantische Geistliche Ehalil Iemel aus Nazareth auf arabisch tz Aor. \5, \2 bis zu Ende und hielt die Rede über Luk. 8, 52. Die Tage waren sehr trübe, auch in der Natur. Es regnete sehr. Als man die Leiche zum Grabe hinunterbrachte, hörte der Regen auf. Als das Grab zu war, begann er wieder. Frau E. wurde am 30. Jan. ^858 geboren, am \8. Jan. \888 feierte sie ihre Hochzeit." Wir bezeugen auch an dieser Stelle unsere innige Teilnahme an den Schlägen, von welchen unsere teuren Freunde betroffen worden sind. Mögen sie auch im Leide die Liebe ihres himmlischen Vaters erkennen und im stände fein, die Worte j)auli Rom. 8, 33—3Y nachzusprechen!