Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 3 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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21 ernstlich und wurde endlich von der Wahrheit überzeugt. Er bekannte dem Pastor seinen Glauben, daß der Messias schon gekommen, und daß Jeschua hannozri (Jesus von Nazareth) der Messias sei, und wollte getauft werden. Der Pastor erklärte dein Lhacham, daß diese Überzeugung nicht genüge, uni getauft zu werden, daß er noch erfahren müsse, was er für den Messias zu leiden habe. Der Mann kam jetzt täglich zum Pastor und brachte stunden bei ihm zu. Noch mehreremal wünschte er die Taufe. Die Thachamim sahen, daß er täglich zunr Pastor hinaufging, und er hatte nun manches von den Juden zu leiden, blieb aber in seiner Überzeugung fest. Es war Zeit genug, um ihn zu versuchen, aber inan konnte sich über ihn nur freuen. Acht Monate lang wurde der Lhacham von uns geprüft. Als der Pastor eingesehen hatte, daß der Jude mit ganzem Ernst die Taufe wünschte, bestimmte er, daß derselbe nach Nazareth gehen und dort bis zur Taufe bleiben sollte. Ehe das geschah, kam der Arme in große Gefahr. Er wurde in einen unterirdischen Reller gesperrt, an welchem schnrutzige Ranäle vorbcifließen. Zwei Tage und Nächte blieb er darin. Wenn er nicht gute Worte gegeben hätte, so hätten ihn die Juden dort sterben lassen. Endlich gelang es dem Pastor, den Lhacham, welcher der Todesgefahr entronnen war, in fein Haus zu bekommen. Wir wollten nun mit ihm nach Nazareth fahren, weil es für ihn unmöglich war, in Tiberias zu bleiben. Als wir aber aus der Stabt hinausgefahren waren, wurden wir von einer Ungeheuern Menge von Burschen und Frauen überfallen. Als der Pastor in die Regierung lief, unr Hilfe zu holen, war es schon zu spät, weil die Juden es vorher durch Bachschisch besorgt hatten. Alle Mühe war vergeblich. Es war schrecklich, zu sehen, was der Lhacham ausgestanden hat. Diese abscheuliche Prozession half den Juden, den Lhacham zurückzubringen. Der Lhacham ist jetzt nicht mehr in Tiberias. Ich habe große Hoffnung, daß er seinen Messias nicht lassen wird. Auch ich konnte damals in Tiberias nicht bleiben. Ich ging nach Safed für einige Tage und dann nach Nazareth. Ende September ging ich wieder nach Tiberias hinunter und traf hier eine große Veränderung an. Alle Freunde sind Feinde geworden, sogar mein Hauswirt, bei welchem ich schon 3 Jahre wohnte, und der mein bester Freund war, so daß ich für nötig hielt, sein Haus zu verlassen. Ein anderer jüdischer Freund hat mich wissen lassen, daß ich mich in acht nehmen solle, weil die Verwandten des Lhacham an mir Rache nehmen wollen, weil ich der Ursächer bin. Die Juden trauen der Mission nicht mehr. Viele jüdische Rinder. besuchten in letzter Zeit die Missionsschulen, aber jetzt kommen sie nicht mehr. Am meisten sind die Lhachamim gegen mich, weil ihre Ehre durch mich befleckt worden ist." In einem Brief vom 5. Januar d. I. berichtet G.: „Leider haben wir nicht nur den Lhacham verloren, sondern die ganze Stadt." Und noch eine schwere Heimsuchung ist über die Mission ^in Tiberias gekommen. „Als hr. Ewing Ende September von Safed wieder nach Tiberias kommen sollte, erkrankte die gute Frau Ewing. Des-