Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 3 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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... an. Sein Name weist vielmehr auf Rom hin. Er war ein Mitglied einer altrömischen Familie, aus welcher Volkstribunen und Senatoren hervorgegangen sind. Ein Kontier, Lucius Pontius Aquila, gehörte zu den Mördern Eäsars und den Freunden Eiceros. Rom wird auch die Heimat der Gemahlin des Pilatus gewesen sein. Wenn der Name, welcher ihr von der altchristlichen Überlieferung beigelegt wird, richtig ist und sie wirklich Klaudia prokula geheißen hat, so entstammte sie einem sehr vornehmen römischen Geschlecht und war mit dem Kaiser Tiberius verwandt. Der vollständige Name des letzteren lautet: Tiberius Klaudius Nero. Vielleicht verdankte Pilatus den wichtigen Posten, welchen Tiberius ihm übertragen hatte, jenen verwandtschaftlichen Beziehungen. Die Botschaft, welche Pilatus am Morgen der Hinrichtung Jesu von seiner Gattin erhielt, hatte folgenden Wortlaut: „habe Du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten! Ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen." Einen Liebesdienst will die Heidin dem Könige der Juden erweisen. Daß sie eine Anhängerin Ehristi war, ist unwahrscheinlich. Ebenso verbietet wohl der Gedanke an das Verhältnis ihres Gemahls zu den Juden die Annahme der im sog. Evangelium des Nikodemus vorkommenden Nachricht, daß sie wie andere vornehme heidnische Frauen jener Zeit der jüdischen Religion sehr zugethan gewesen sei. (Beiläufig bemerkt, konnte sie aus diesem Grunde auch keine geborene Jüdin sein wie Drusilla. Daneben wäre ihre jüdische Abstammung gewiß erwähnt worden. Vgl. Ap. G. 2% 2%.) Auch ohne eine jüdische oderchristliche proselytin zu sein, konnte sie eine Hochachtung für Iesum gewinnen und beweisen. Von den Wunderthaten des Heilandes erzählte man sich ja im ganzen jüdischen Lande. So mußte die Kunde von ihm auch nach Eäsarea dringen, der Hafenstadt am Mittelländischen Meere, wo der Prokurator und seine Gattin gewöhnlich lebten. And als das Ehepaar aus Anlaß des Paffafestes nach Jerusalem gezogen war und seinen Wohnsitz für einige Zeit in das Prätorium, das ehemalige Schloß herodes des Großen im Südwesten der heil. Stadt, verlegt hatte, da hörte es bald noch mehr von dem großen Nazarener. Bei dem Einzug Jesu in Jerusalem, durch welchen Sach. 9, 9 erfüllt wurde, erregte sich die ganze Sladt (Mat. 2\, (0). Möglicherweise hatte die vornehme Römerin am Palmsonntage oder an den nächstfolgenden Tagen Gelegenheit, Iesum selbst zu sehen oder zu hören. Jedenfalls nahm sie an seinem Lose herzlicheil Allteil, und als llwl iloch ein lebhafter Traulll ihr die Gestalt dieses Gerechten zeigte, da konnte sie es nicht ruhig geschehen lassen, daß derselbe von ihrelll Gatten verurteilt wurde. Die Fürbitte der Römerin ist aber nicht nur die Äußerung eines gefühlvollen Weibes, sondern einer zärtlich besorgten Gattin. Sie sleht um Jesu selbst und um ihres Mannes willen. Dieser soll davor bewahrt bleiben, eine schwere Schuld auf sich zu laden. Also hat diese Fürbitte Ähnlichkeit mit derjenigen des Jonathan: \. Sam. fy, u. 20, 32. Der israelitische Königssohn wollte seinen Freund aln