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Dibre Emeth · 1893-01-01 · 2 (1893) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
49 (1893)
Issue
2 (1893)
Date
1893-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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10 Min. nach 2, und nach Stunden lautete es schon wieder zur Kirche. Jetzt sprach er zuerst sehr schön über einen Teil des W. Psalms, wie das Wort Gottes Stärkung, Mut, Trost rc. gewähre. Dann folgte die Ainderlehre, an der aber auch sehr Erwachsene und sogar die zehn Missionszöglinge teilnahmen. Nun, dies war etwas ganz Vorzügliches, ich kann es Dir aber unmöglich alles beschreiben. . . Dann gab er noch von einer Reise für die Mission . . Nachricht, dankte der Gemeinde für ihr Gebet, und den Schluß machten drei Verse, wovon einen die Anaben und Männer, einen die Mädchen und Frauen und einen alle sangen. Es war ‘/27 Uhr, als dieses zu Ende war. . . (Fortsetzung folgt.) Aus der jüdischen Presse. „Über bas Verhältnis der Kirchenväter zur talmudisch-midraschischen Literatur, insbesondere zur Haggada," äußert sich Dr. M. Grünwald, Bezirksrabbiner zu Jungbunzlau, in B. Königsbergers „Monatsblättern für Vergangenheit und Gegenwart des Judentums" von *890/9^. Lin Sonderabdruck erschien im Selbstverläge des Verfassers. Die in 8 Abschnitte zerfallende Arbeit sucht den Nachweis zu führen, daß die Kirchenväter sich auf Aussprüche ihrer jüdischen Lehrer stützen, diesen aber in den meisten Punkten widersprechen. Di-. Gr. ist von dem Gewicht der dafür beigebrachten Gründe so sehr überzeugt, daß er den Talmud, zu welchem er einmal die jüdischen Schriftwerke der ersten 6 Jahrhunderte n. Chr., ein andermal die der ersten 8 außer dem ersten rechnet, in Brülls „Monatsblättern" (^92, S. 2\5) ,,die Quelle der Schriften der Kirchenväter" nennt! — Unseres Trachtens ist seine Abhandlung ein Beispiel dafür, daß man nichts beweist, wenn man zu viel beweisen will. Daß mancherlei Berührungen zwischen den ältesten christlichen Lehrern und ihren gelehrten jüdischen Zeitgenossen vorgekommen und jene auf den Gebieten der Worterklärung und der Allegorie von diesen beeinflußt worden sind, kann nicht bezweifelt werden. Nicht weniger gewiß ist es jedoch, daß die Kirchenväter bei allen wichtigen Glaubensfragen nicht aus dem Talmud, sondern aus dem Neuen und dem Alten Testament geschöpft haben. Gr. kennt das Neue Testament zu wenig, wie er denn sogar den Barnabasbrief als einen Bestandteil desselben ansieht und Lukas als einen Apostel betrachtet. Der Gebrauch des Wortes „Zion" bei Cyprian geht auf fjebr. .42, 22 zurück. Line Vergleichung Christi mit Salomo findet sich schon Matth. \2, %2. Der letzte (zweite) Adam heißt Christus {. Kor. 45, 45 (4?). Die Lehre vom 4000jährigen Reich ruht auf Offbg. 20, 3—7. Das von den Ordnungen des Diesseits unabhängige Leben im Jenseits schildern Luk. \i, 20; 20, 35 f.; Hörn, u, [?. vom Ton des Töpfers ist Röm. 9, 2\ f. die Rede. Für Cyprians Mahnung zur Bereitschaft auf das Lndgericht dient Matth. 25, \ ff. (Luk. \2, 35 ff.) als Unterlage. Die Beschreibung dieses Gerichts bei Hieronymus geht auf Matth. 2% 3\; Röm. 2, 5 ff.; Kor. \5, 5t ff. zurück. Daß die Deutung von p|. uo, 4 auf Christum kein „Mißverständnis" ist, zeigt Hebr ff. Nicht erst Justin, sondern Paulus erblickt in den gläubigen Christen Abrahams wahre Kinder: Röm. yt f. f.; jj, \7. 2H. Liner Verdrehung der Thatsachen macht sich Gr. schuldig, wenn er behauptet: „Solange das Judentum in Palästina für sich lebte, wurde die Einheit, Reinheit und Anerkennung Gottes treu gewahrt. Als die Philosophie" — doch wozu sollen wir diese ganz ungeschichtliche, rein willkürliche Darstellung hier wiederholen? 2. Lin Gedicht von I. M. Krieg, welches in Brülls „j)op.-wiss. Monatsblättern" (t8c>2, S. 20h f) erschien, verherrlicht die wohlthätigkeit Israels und verheißt demselben um dieser Eigenschaft willen den baldigen Anbruch einer neuen, besseren Zeit. „Und eine große Zukunft liegt ihm nah', versöhnt sind Sinai und Golgatha; Und ausgeglichen ist der Gegensatz, Für alle ist im Reich der Liebe Platz." — Das Ziel, welches dem Dichter vorschwebt, erhoffen auch wir. Aber nach der Bibel, d. h. rächt nur nach dem N. T., aus welchem Krieg Ap.-G. 40, 35 anführt und seinem Gedicht voranstellt, sondern auch nach den Urkunden des alten Bundes, ist der weg zu jenem Ziele ein anderer. Nicht menschliches Wohlthun gegen Not-

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