Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 2 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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\6 leidende, sondern bußfertige und gläubige Annahme der wohlthat, welche Gott durch die Sendung des Messias der Sünderwelt erwies, können wie Gott und die Menschheit so Sinai und Golgatha versöhnen. Man vergleiche Mat. 23, 59; Ap.-G. 2, 22—3t); 3, *3—26; 4, *0—12; *0, 43; *3, 58 f.; Hörn. **, 23 mit Ies. 28, *6 (ps. U8, 22); Ies. 53; Hos. 3, <*f.; 8. Jüdische tzhronik. In Berlin entstand ein jüdisch-nationaler Verein: „Iung-Israel." Derselbe will das Bewußtsein der nationalen Zusammengehörigkeit der Israeliten wecken und jüdisches Leben und jüdische Wissenschaft fördern. Den Schülern der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums wurde die Teilnahme an diesen Bestrebungen untersagt. — In Königsberg lagen 250 russisch-jüdische Auswanderer 3 Monate lang fest. Aus Rußland aus-, von Hamburg der Cholera wegen zurückgewiesen, wußten sie lange keinen Ausweg. Zuletzt half ihnen ein Verein. — Infolge eines Erlasses des preußischen Kultusministeriums vom *. Novbr. verlangte die Regierung zu Arnsberg von den Kreisschulinspektoren die Einsendung je eines Exemplars der Religionsbücher, welche in den jüdischen Religionsschulen gebraucht werden. Auch anderswo wurden solche Bücher eingefordert. — In Wiesbaden hielt Rabbiner Dr. S. Grün drei Vorträge, in denen er eine gründliche Erneuerung des Judentums für nötig erklärte. — Der Chemiker Dr. Israel Roos in Frankfurt a. M. erfand ein Heilmittel gegen Ischias und Rheumatismus: das Agathin. Der Erfolg soll ein überraschender sein. — Iu einem Erlaß des hessischen Staatsministerums heißt es: „So wenig es an sich tadelnswert sein kann, im öffentlichen Leben Bestrebungen zu unterstützen, welche rein und ohne Nebenabsichten die Erhaltung und Hebung deutschen Wesens und christlicher Sitte bezwecken, so verwerflich erscheint es, wenn dieselben, wie dies bisher fast ausnahmslos bei der antisemitischen Bewegung im Großherzogtum hervorgetreten ist, ganz wesentlich darin gipfeln, Haß und Bosheit gegen die israelitische Bevölkerung zu erregen und wehr oder weniger offen zur Verfolgung und Beeinträchtigung der letzteren in ihren Reckten anzureizen und aufzufordern.- —- wie einzelne Kirchen in Hamburg während der Herrschaft der Cholera besondere Betstunden einrichteten, so demütigte sich auch die israelitische Gemeinde daselbst in eigenen Gottesdiensten vor dem Allmächtigen. Weil ein russischer Jude die Cholera in Hamburg einge chleppt haben soll, machten Antisemiten die Juden für jene Schreckenszeit verantwortlich. Mit demselben Recht könnte man ihnen den Hamburger Brand von *8^2, der bei einem Juden ausbrach, auf die Rechnung setzen. — Der Rechtsanwalt Werthauer in Leipzig, ein Israelit, wurde zum Komthur des portugiesischen.Lhristusordens ernannt. Ebendaselbst erscheint ein neues antisemitisches Blatt: „Anti-Korruption." Der Herausgeber ist -Di'. Wesendonk. — Auf den 6. Sept. v. I. wurde vom isr. Kultusvorstand in Wien eine Versammlung von Abgeordneten der Vorstände in Budapest, Berlin, Paris u. London einberufen zur Beratung über die Hebung des religiösen Bewußtseins. — In Olmütz wurde Dr. Theodor Kohn, ein profelyt, zum Fürst-Erzbischof gewählt. Derselbe ist 47 Jahre alt und war bisher Direktor der Kanzlei des Olmützer Konsistoriums u. Professor des Kirchenrechts an der dortigen theol. Fakultät. Das Erzbistum umfaßt auch 3 preußisch-schlesische Parochieen: Hultschin, Kätscher u. Leobschütz. — In Gswieczin erregten die Lhasidim am *. Tage des Laubhüttenfestes einen Aufstand gegen die Reformgemeinde. Die Gewaltthaten, die mehrere Verhaftungen zur Folge hatten, wurden dadurch veranlaßt, daß der Bezirkshauptmann in Biala wegen der Lholeragefahr den Lhasidim die Abhaltung von Gottesdiensten in ihren Betstuben verbot u. sie an den Tempel der Reformer verwies. — Ein neuer Wunderrabbi trat in Ford auf er bei Krakau auf. Der Mann will aus Egypten gekommen fein. Hunderte begehren seinen Rat u. glauben ihm, daß er die Vergangenheit u. Zukunft jedes Menschen kenne. — Lin in Mailand verstorbener Israelit Namens Loria hinterließ *5 Mill. Lire (*2 Mill. JO) zur Errichtung eines internationalen Heims für Arbeitslose. —- In Jerusalem erscheint eine neue Zeitung: „Morija."__ Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße **. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Goßner'schen Mission, Friedenau-Berlin. Druck von 3- Mindolff. Berlin , Ll)nrlott,'nstraß5 88.