Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 2 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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. Ursache seines Religionswechsels beantwortete er in einer dreistündigen Rede. Als er zu Ende war, schrieen die einen: „Er ist ein Abtrünniger und muß nach dem Gesetz unserer Rabbiner getötet werden." Die andern verlangten und erlangten Aufschub und die Einberufung einer weiteren Versammlung. So erschien B. noch einmal vor seinen Richtern. Wider Erwarten wurde er jetzt von der Mehrheit freigesprochen. Aber ein Eiferer verhinderte die Ausführung dieses Beschlusses, indem er rief: „wie? Einen Abtrünnigen, den wir in fänden haben, und mit dem wir machen können, was uns beliebt, sollen wir freilassen? Nach unfern Gesetzen müßte er gesteinigt werden." Nach langer Verhandlung kam man überein, alles zu thun, um B. zum Soldaten zu machen. Da der Vorsitzende der einen beteiligten Militärbehörde ein mit Pastor Busch befreundeter Protestant war, der sich nicht bestechen ließ, so erprobte man die Wunderkraft des Rubels bei einem höheren Beamten, dem Vizegouverneur der Provinz, und kam so ans Ziel. Am \2. Februar langte in Bitschow der Befehl an, B. ins Heer einzustellen. Er mußte den Fahneneid schwören und mit anderen Rekruten nach Gomel marschieren. hier lernte er die militärische Zucht kennen, durfte aber auch unter den Juden missionieren. Manchmal sprach er stundenlang unterfreiem Himmel zu ihnen. Nach Beendigung der Rekrutenzeit wurde er nach Russisch-Polen geschickt und dem 2\. Infanterieregiment überwiesen, von diesem aber bald darauf an die Warschauer Anstalt für die Ausbildung von Militärärzten abgetreten. Auch in Warschau ließ er während der drei Jahre des ärztlichen Studiums und während des vierten Jahres, welches er als Gehilfe am Militärhospital derselben 5taM verlebte, das kicht der Wahrheit leuchten. Mancher Sohn Abrahams hörte hier von ihm die frohe Botschaft von der Erlösung durch Iesum Christum. Zweimal reiste B. im tauf jener vier Jahre in seine Heimat. Vom zweiten Urlaub zurückgekehrt, wurde er als Militärapstheker nach 5t. Petersburg entsandt. Er trat am Ende des 5ommers J87^ fein neues Amt an. In seinen Mußestunden trieb er auch in Petersburg Iudenmission. Ein von ihm unterrichteter Aarait wurde von Pastor Dalton getauft. Im Frühjahr \875 machte er die Bekanntschaft des 5chriftführers der L. I.-M., der nach Petersburg kam, um den Kaiser um die Erlaubnis zur Wiedereröffnung der Londoner Arbeit in Rußland zu bitten. Infolgedessen erhielt B. einen Ruf von kondon, dem er folgeleistete, sobald er aus dem russischen Militärverbande entlassen worden war. Über die späteren 5chicksale unseres Freundes nur noch soviel, daß er als Missionsarbeiter unter Israel \878 von kondon aus in Bukarest, \880 von der schottischen Freikirche in Jassy angestellt wurde und jetzt ,(seit \885) in Edinburg wirkt, wo der Schreiber ds. im Mai ^8^2 persönlich mit ihm bekannt wurde. Eine ausführliche Beschreibung seines merkwürdigen tebensganges bis zum Jahr \882 findet man in der von ihn: veröffentlichten Schrift: .,The modern iiebre.w and the Heb re w Christian.“