Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Die Theologie A. Karnacks. (Aus Briefen an den Herausgeber.) Ls ist mir rein unbegreiflich, wie ernsthafte Theologen mit einem solchen hölzernen Schwert zu siegen hoffen, wie kann uns ein Christus helfen, der nicht von dem heil. Geist empfangen, der nicht aus des Vaters Schoß gekommen und Gott wesensgleich ist, der nicht als unser Stellvertreter Sünde, Schuld und Strafe getragen und mit seinem blutigen Opfertod uns dem Vater versöhnt und erlöset, erworben und gewonnen hat, der nicht lebet und regieret in Ewigkeit?! Unsere Kirche ist sehr übel daran, und niemand wird sich mehr freuen als der Teufel und die Jesuiten, daß die eigenen Rinder die Mutter schänden und schlagen. Ich bin ganz betrübt und hie und da ergrimmt über die Jungen, die das Glaubensbekenntnis auf das Prokrustes-Bett legen und die Glieder, die nicht Hineinpassen, abhauen und nun mit dem Mantel der Liebe Gottes alles zudecken wollen. G. M. in G. 2. Laß Harnack und Papst brummen! Jesus lebt für uns! B. v. p. in Br. Neue Aunde im Wen. In einem egyptifchen Grabe fand man Bruchstücke von der griechischen Ausgabe des Buches Henoch, von einem Evangelium, welches dem Apostel Petrus zugeschrieben wird und bisher unbekannt war, sowie von der Apokalypse (Offenbarung) Petri, von der man nur aus einer Anführung bei Rlemens von Alexandrien (j- 2\5) wußte, vom Buche Henoch war bisher schon die vollständige äthiopische Übersetzung vorhanden. Die Bruchstücke sind nicht auf Papyrus, sondern auf Pergament geschrieben, wie der Inhalt der angeblich petrinischen Aufzeichnungen beweist, hat die alte christliche Kirche die beiden Schriften, welche des Apostels Namen tragen, mit Recht vom Neuen Testament ausgeschlossen, wichtiger als dieser Fund scheint ein anderer zu sein, den man kürzlich in Egypten machte. Es wurde dort eine alte Papyrus-Handschrift der I-XX, der ersten griechischen Übersetzung des Alten Testaments, entdeckt. Dieselbe ist jo Zoll lang, 7 breit. — Pastor vr. Grote, der Sohn eines hannoverischen Geistlichen, welcher lange in Genf lebte, ein Schüler der theol. Schule daselbst, dann deutscher Pfarrer in Mailand, unternahm, wie wir schon in den ,,D. L." von (S. 96) erwähnten, eine Forschungsreise nach Arabien, während seines 5monatlichen Aufenthalts im Sinaikloster arbeitete er in dessen Bibliothek und stellte fest, daß sie 1^60 griechische Handschriften besitzt, zu denen 700 in syrischer, arabischer, koptischer und andern Sprachen kommen. Unter den Dachbalken einer alten Basilika fand er drei griechische Inschriften aus dem 6. Jahrhundert, welche von der Gründung des Klosters durch Kaiser Justinian berichten. Sein Verkehr mit den Beduinen der Sinaihalbinsel, denen ec ärztliche Hilfe leisten konnte, veranlaßte ihn zu einer Sammlung ihrer Volkslieder. Auch mit der dortigen Pflanzenwelt wurde er näher bekannt. — Der Amerikaner F. Bliß fand in Palästina ein Täfelchen aus Ton, auf dem ein Brief in babylonischer Sprache zu lesen ist. Das Schreiben gedenkt der wirren, welche in Kanaan stattfanden, während die Israeliten in. Egypten gefangen waren. Auch ist von Zimrida, dem Befehlshaber von Lachis, die Rede, dessen Namen man schon aus den vor 4 Jahren in Tel-el- Amarna (in Egypten) entdeckten babylonischen Täfelchen kannte. Iie erste GiserrvaYn in Natästirm wurde nach 2^, jähriger Arbeit (vgl. D. E. \890, 5, $3) fertiggestellt. Schon am 2\. August v. I. kam die erste Lokomotive in Jerusalem an und erregte das Staunen der Araber. Als der Diener des deutschen Hospitals nach dem Eindruck gefragt wurde, den die Maschine auf ihn gemacht habe, antwortete er: „Das schreit aber so furchtbar!" viele Leute stürzten vor Schrecken zu Boden. Am 26. September wurde die Bahnlinie Jerusalem-Jaffa eröffnet. Um 9 Uhr vormittags versammelten sich der Gouverneur, der Generalkommandant mit seinem Stabe und einer Kompagnie türkischer Jäger, ein Abgesandter des Sultans, Direktoren der Pariser Gesellschaft, welche die Eisenbahn bauen ließ, Bankier Frutiger, der die Sache zuerst in die Hand nahm, und andere angesehene Personen am Bahnhof der heiligen Stadt. Die Feier begann mit einem Gebet, welches der erste Imam der Omarmoschee sprach. Hierauf wurden auf den Schienen drei Schafe geschlachtet. Dann spielte die Militärmusik, und während die Soldaten präsentierten, brachte die