Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 49 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 Fürbitte einigen Erfolg hatte, erkannte B. daraus, daß ihn am andern Morgen ein Schmied von seinen Retten befreite. Den ganzen Samstag gingen Neugierige aus und ein, denen er die Erlösung durch Lhristum predigen konnte. Abends lud ihn der Rabbiner in sein Haus, um ihn über den christlichen Glauben reden zu hören. Das Zeugnis, welches B. ablegte, machte auf diesen Gelehrten und auf einige andere.Juden, die bei dem Rabbiner zusammengekommen waren, einen günstigen Eindruck. Bei den meisten Zuhörern aber flammte der Zorn aufs neue auf. Gestoßen und geschlagen, kehrte der freimütige Zeuge in seine Behausung zurück. Am folgenden Tage wurde B. in ein nicht weit vom Dniepr liegendes Gasthaus gebracht, wo viele Rabbiner und andere Juden ihn einem Verhör unterwerfen wollten. Auf die Aufforderung, seine Lehre in betreff des Messias vorzutragen, sprach er von dessen Aommen mit Bezugnahme auf das Alte Testament und die rabbinischen Schriften, entfesselte aber damit neue Wutausbrüche. Viele stürzten auf ihn zu und schrieen ihn an: „Nun sollst Du nicht länger leben. Wir wollen Dich im Dniepr ertränken. Nach unserm rabbinischen Gesetz befiehlt Gott, die Abgefallenen zu vernichten." Gesagt, gethan. Unter beständigen Mißhandlungen fuhr man den dem Tode Geweihten in einem Schlitten an den Fluß, hier schlugen einige ein Loch ins Eis, andere schleppten das Opfer herbei. Endlich stieß man B. hinunter. Aber das Loch im Eise war nicht weit genug, um den Aörper ganz durchzulassen. Und während die Mordgesellen sich noch bemühten, die Arme hindurchzubringen, erschien Hilfe. Einige Juden, die B. freundlich gesinnt und inzwischen herbeigeeilt waren, zogen ihn trotz heftigen Widerstandes aus dem Wasser und brachten ihn ins Gasthaus zurück, wo B., der schon das Bewußtsein verloren hatte, wieder zu sich kam. (Schluß folgt.) Matthäus 2, 13 f. Mb Bethlehems Gemäuer . Das Heer der Sterne wacht. Es breitet ihre Schleier \ Auf Stadt und Land die Nacht. S Als überm Toten Meere Das Morgenrot erstrahlt \ Und nun vom blut'gen Speere S wird Wies' und Flur bemalt: Da öffnet sich die Pforte von Josephs kleinem Haus. Er führt mit leisem Worte < Sein Weib und Kind heraus. < Da ist der Iesusknabe < Der Wüterich geweiht. — S Umsonst hat ihn dem Grabe S Schon längst in Sicherheit. Ein Engel hieß ihn fliehen vor des Merodes Droh'n s Und nach Egypten ziehen Mit Gottes heil'gem Sohn. Vergeblich schmiedet Ketten Der Leinde trotz'ge Schar: £ Dein Gott will Dich erretten Aus jeglicher Gefahr. S S So pilgern sie gelassen An des Allmächt'gen Hand Ans den bekannten Gassen s Zum fernen, fremden Land. S vergeblich gräbt sie Gruben: c. Der HErr bewahret Dich. Er straft die bösen Buben Und hilft Dir väterlich.