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Dibre Emeth · 1893-01-01 · 1 (1893) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
49 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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I 4 Judentum zurückzukehren, trieb er diese Namenschristen durch ernste, strafende Worte in die Flucht. Auch ein mehrstündiges Gespräch, welches der Gefangene mit jenem Verwandten und einer Anzahl gelehrter Juden führte, brachte ihn nicht zum Abfall von der erkannten Wahrheit. Nach Verlauf einiger Wochen, während deren er einmal nur mit knapper . Not der Ermordung durch Mitgefangene entging, mußte er auf Veranlassung seines Oheims Aiew wieder verlassen. <Es war jetzt gegen Ende November und bitterkalt. Im Schneegestöber wanderte er wie früher, mit andern Unglücklichen zusammengekettet, so lange auf der Straße dahin, bis seine Kräfte aufs äußerste erschöpft waren und er ohnmächtig niedersank. Gin Arzt erbarmte sich seiner. Besonders liebevoll aber behandelte ihn ein Rabbiner, der einst zu B.'s Freunden gehört hatte. Der wackere Mann, der über dies traurige Wiedersehen bittere Thränen vergoß, begleitete am andern Tage den Gefangenen, den er mit Lebensmitteln reichlich versehen hatte, eine Strecke weit und erfuhr nun sowohl dessen Geschichte als auch einiges über die kehren des Thristentums. In Aaselitz, wohin man 6 Tage nach dem Aufbruch von Aiew gelangte, predigte B. vor den Mitgefangenen Christen und Juden. Auch der Kerkermeister hörte ihm oft stundenlang zu. Ebenso konnte er später in Tschernigow seelsorgerisch wirken. Hier sah er einen Mann, der bereits \2 Jahre lang gefangen war, ohne je einem Verhör unterworfen worden zu sein. In Homeh wurde er von dem Verwandten besucht, der seine Verhaftung in Aonstantinopel herbeigeführt hatte. B. konnte diesem Verfolger erklären, daß alle bisherigen Leiden seinen Glauben nur gestärkt hätten. Auch in einem Religionsgespräch, welches am Tage darauf stattfand, behauptete er seinen Standpunkt und bewies seinen gelehrten jüdischen Zuhörern aus der Schrift, daß Jesus der Messias und der einzige Seligmacher ist. Ebenso vergeblich bemühten sich seine Mutter und andere Familienglieder, ihn abwendig zu machen. Am 5. Januar s870 kam B. in Mohilew, der Hauptstadt seiner Heimatsprovinz, an, nachdem er einen \0 wöchentlichen Marsch im russischen Winter zurückgelegt und seit seiner Gefangennahme in der Hauptstadt der Türkei J(3 Gefängnisse kennen gelernt hatte. Seine, von dem protestantischen Geistlichen in Mohilew, Pastor Busch, genährte Hoffnung auf baldige Befreiung ging nicht in Erfüllung. Man sandte ihn nach Bitschow, wo der polizeimeister ihn den Juden auslieferte. Jetzt war er ganz in der Hand seiner Feinde. Diese brachten ihn in einem jüdischen Hause unter und bestellten vier Männer zu seiner Bewachung. Täglich erschienen die Gelehrtesten der Gemeinde, um mit dem Gefangenen zu disputieren. Bei einer äußerst erregten Verhandlung wurden ihm sein hebräisches Neues Testament und seine deutsche Bibel weggerissen und ins Feuer geworfen. Als er darauf hinwies, daß man die in sein Gedächtnis eingeschriebenen Schriftabschnitte nicht vernichten könne, rief man ihin zu: „Schweig', Abi

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