Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 12 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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95 Olwiopol wurde B. von seinen Teidensgenossen mehrmals gemißhandell, weil er ihnen die Wahrheit gesagt hatte. Erst nach einer Woche wurde die Wanderung fortgesetzt. Am Abend des ersten Marschtages traf er mit einem Mitgefangenen in Begleitung von 3 Soldaten in einem Dorfe ein, dessen Einwohner ihr Mitleid tritt den Gefangenen bewiesen, indem sie ihnen Nahrungsmittel brachten. B. knüpfte den Ausdruck seiner Dankbarkeit an Matth. ^0, %2 an. Das hatte zur Folge, daß sich in kurzem fast das ganze Dorf versammelte, um ihn weiter reden zu hören. Stundenlang mußte er diesen heilsbegierigen Bauern den Heiland predigen, dessen freie Gnade ihn selbst erlöst hatte. (Fortsetzung folgt.) Kteine Misstonszeitung. Die Berliner Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden befaß im Jahre *89* je einen Missionar in Berlin, Lemberg und Jassy. In Berlin wurden 7 von 3\ Taufbewerbern in die Kirche ausgenommen. Die Erfahrungen, die man in Jassy macht, sind ermutigend, während Lemberg als Missionsposten aufgegeben werden mußte. Die hebräische Zeitschrift „Eduth le-Iisrael" (f. „D. E." *890, 5. 96) kann vorläufig nicht mehr erscheinen. Ihr letzter Herausgeber steht jetzt dem Missionsxrediger Bieling in Berlin zur Seite. Die Gesellschaft vereinnahmte 2^950 und verausgabte 22\06 Mk. Unter den Einnahmen stehen 900 Mk. als Jahresbeitrag des Deutschen Kaisers obenan. — Im letzten Berichtsjahr des Leipziger Seminars für die Mission unter Israel wurde dasselbe von H Kandidaten (je 2 in jedem Halbjahr) besucht. Einnahmen: 7377, Ausgaben: 6O98 Mk. — Rabbiner Lichtenstein in Tapio-Szele hat sein Amt niedergelegt. Er wird fortan im Dienst der irisch-presbyterianischen Kirche in Hamburg Mission treiben. — Die deutsch-evangelischen Schulanstalten in Bukarest wurden im Schuljahr *89^92 von 794 Kindern, darunter N9 jüdischen besucht. Die letzteren nahmen der Mehrzahl nach auch am Religionsunterricht teil. Eine tüchtige Lehrerin, die Diakonissin M. Birth, starb im September. Eine andere mußte eines Herzleidens wegen Bukarest verlassen, wie auch 2 Lehrer, unter ihnen der Direktor Hartmann, von Krankheit heimgesucht wurden. Einen schweren Verlust erlitt die Schule außerdem durch den Tod des um ihre Förderung hochverdienten Pfarrers Teutschländer. — Am 26. Juni taufte Miss. Eppstein in London 3 Israeliten, von denen der eine ein 74 jähriger Greis war. Dieser Patriarch hatte über ein Jahr lang christlichen. Unterricht empfangen. Der Entschluß, vor seinem Tode Christum öffentlich zu bekennen und ein Nachfolger des Erlösers zu werden, reiste unter dem Eindruck von dem Dahinschwinden seiner leiblichen Kraft. — Der Leiter der Mildmay-Mission in London, Prediger wilkinson, erhielt von einem Schotten, Thomas M. Ruffel, Mill. Mk. für seine Arbeit unter Israel. — Aus dem dortigen judenchristlichen Gebetsbund erwuchs ein Verein zur Förderung der Rückkehr der Juden nach Palästina. — Aus Jerusalem schreibt uns unterm 23. August die Vorsteherin von Talitha Kumi: „wir haben's hier recht heiß und sehnen uns nach den Ferien, die am September beginnen und 6 Wochen dauern. Leider werden wir in diesem Jahre viele Kinder hier behalten, ca. 50, da wir schon seit Monaten wieder Absperrung haben, im Norden zu Lande und an der Küste bei Jaffa. Es sollen nämlich in Akka Lholerafälle vorgekommen sein. Die Aussicht, so viele Kinder während der Ferien hier zu behalten, ist nicht erfreulich, denn da dies unsere einzigen Ferien im ganzen Jahre sind, so wäre für die Schwestern Ruhe und Erholung zu wünschen. Ls sollte in diesem Monat wieder ein Missionsfest hier gefeiert werden, wie im vorigen Jahre, doch die Quarantäne verbietet dies, da die Filialisten von Haifa nicht von dort weg können. Mit unserm Hospitalbau geht's recht rüstig voran, doch sind leider die Baugelder ziemlich aufgebraucht und die Beiträge fließen sehr spärlich. Aber der Bau ist zu Ehren des HErrn und zum Wohl der leidenden