Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 12 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 2× ep/1047930
- Oran 1× ep/1048048
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96 Menschheit unternommen. Darum wird der HErr zu Seiner Zeit das Nötige bescheren, das vertrauen wir Ihm. wir sehen täglich mehr, wie notwendig der Bau ist. Unsere Arbeit hier geht ihren stillen Gang fort, will's Gott, werden Palmsonntag nächsten Jahres wieder 5 unserer großen Mädchen konfirmiert, darunter 4, die der griechischen Kirche angehören, welche dringend bitten, evangelisch werden zu dürfen. Mögen sie alle einst ein Salz werden unter dem verkommenen weiblichen Geschlechts dieses Landes! Das Kuratorium der „Jerusalems-Stiftung" hat hier ein großes, sehr gut gelegenes Grundstück erworben, ganz in der Nähe von unserm Hospital-Bauplatz. Da soll Pfarre und Schulhaus gebaut werden, hoffentlich wird dann auch endlich der Kirchbau begonnen." Zur Ergänzung dieses Schreibens bemerken wir noch: Dom 6.-9. Sept. v. I. feierte die deutsch-evangelische Gemeinde Jerusalems ein Missionsfest, zu welchem sich aus den Filialgemeinden 20 Teilnehmer einfanden. Die Gemeinde in Haifa besteht seit j(886, die in Jaffa-Sarona seit *889. Jene zählt etwa 80, diese 60 Seelen. — Aus dem Syr. Waisenhaus schreibt Jnsp. Schneller: „Wir haben in diesem Jahr viel Fieberkrankheit, sonst geht's im alten Geleise weiter." — Der bisherige Hilfsprediger in Jerusalem, Böttcher, siedelte am März nach Bethlehem über, um die Stelle von Pastor Schneller zu übernehmen, welcher wie die heil. 3 Könige der Sage von Bethlehem nach Köln gezogen ist. Am 25. April v. I. starb zu Männedorf am Züricher See nach langer Krankheit im Alter von 69 Jahren der frühere Missionar des Jerusalems-Vereins Sam. Müller. Er wirkte im Dienst desselben J860—8H in Bethlehem, nachdem er vorher an einer englischen Missionsschule in Nazareth thätig gewesen war. Sein Neffe und Nachfolger in der Geburtsstadt Jesu, Immanuel Müller, durfte im Jahr ^89^ einen längeren Urlaub in Deutschland genießen, nachdem er ohne Unterbrechung js Jahre lang im Morgenlande gewirkt hatte. — „Bei der Arbeit des Jerusalems-Vereins in Hebron", wird uns berichtet, „geht es recht schwer. Ls fehlt dort an den richtigen Arbeitern. Der Arzt mußte entlassen werden. Der rechte Mann zur Leitung einer Schule ist noch nicht gefunden. In Beitschala und Bethlehem geht es besser, und besonders in Beitschala kann mit Freudigkeit gearbeitet werden." — Miss. B., früher Reiseprediger in Ostpreußen, ein Siebenziger, leitet seit kurzein eine Mission auf dem Karmel. Zwei jüngere Kräfte stehen ihm zur Seite. Er beobachtet eine Gärung unter den Israeliten von Haifa, viele lesen das hebräische Neue Testament. — Miss. Zerbib traf in Mogador mit einem Juden aus dem Innern Marokkos zusammen, dem er 2 Jahre zuvor ein Neues Testament geschenkt hatte. Als er den Mann fragte, ob er dies Buch noch besitze und benütze, antwortete derselbe: „wie können Sie nur so fragen? Nicht' nur lese ich Ihr kleines Buch, sondern ich bewahre es sorgfältig als das bleibende Band unserer Freundschaft. Ich hoffe, wir werden uns einst im Himmel begegnen und imstande sein, zu den Füßen des Messias Israels von all' den guten Dingen zu reden, die in diesem Buche stehen." Der Missionar antwortete von Grund seines Herzens: „Amen!" — Pastor Borloz in Oran (Algier), ein Missionar des französischen Vereins für die Evangelisation Israels, begegnete an einem heißen Julitage d. I. einem israelitischen Leichenzug und schloß sich demselben an. Am Grabe durfte er vor den Leidtragenden von der Auferstehung und dem ewigen Leben reden. Seine Milde und Weitherzigkeit öffnen ihm manche Thüren. wenn er von Christo predigt oder seinen jüd. Zuhörern christl. Lieder vorsingt, geschieht es wohl, daß sie sagen: „wir wünschten, daß das, was Sie uns verkündigen, wahr wäre, aber wir vermögen es nicht zu glauben", oder: „wenn diese Dinge sich so verhalten, so müßte man sich etwas weniger mit dem, gegenwärtigen und etwas mehr mit dem zukünftigen Leben beschäftigen." Daß seine Lehre Wahrheit ist und Glauben verdient, beweist er gerne aus Ps. 55, 52, 22, ^0, 2, \\8. Einen Freigeist brachte er durch eins der M Geböte zum Schweigen. — In New-Hork finden sie predigten des Missionars Warszawiak großen Zulauf. Die Kirche, in welcher er an jedem Sonnabendnachmittag vor Juden redet, ist oft überfüllt, obwohl sie 900 Sitzplätze hat. Er beabsichtigt deshalb eine 3000 Zuhörer fassende „Synagoge des Messias" zu erbauen. Ein Teil des Baugeldes ist bereits vorhanden. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin,, Hauffstraße u. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Goßner'schen Mission, Friedenau-Berlin. Druck von Mindolff, Berlin, Lharlottenstraße 88.