Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 11 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554996-2555007--09197-2565330- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Tunis 1× ep/1048155
OCR text
85 Testamente gekauft habe, um sie auf dem Wege nach Hause in den Mellahs zu verteilen und so, wie er selbst sagte, das Evangelium von dem Messias bekannt zu machen. Auch zu mündlichem Zeugnis von der Wahrheit fühlen sich diejenigen gedrungen, die sich ihrem Szepter unterworfen haben. So erklärte ein Jude in Bukarest, er würde förmlich zur Airche übertreten, wenn er 20 Jahre jünger wäre. „Da dies nicht sein kann, muß ich für Thristum alles thun, wozu ich imstande bin. Ich sage den Juden, daß f. Mose 4ß, sO; Jes. 7, sH; 9, 6 in Thristo erfüllt sind. Ich sage ihnen, daß die Stimme von ihres Bruders Blut von der Erde zu Gott schreit, daß die Sünde ihrer Väter, die ihn dem Tode überantworteten, an ihnen heimgesucht wird." „Wenn ich sOO Rubel verdienen könnte," rief ein russischer Jude, den das Neue Testament zu Jesu geführt hatte, „so würde mich das nicht so freuen wie die Erkenntnis, daß Jesus der Messias ist, der Heiland von uns allen." Er äußerte feine Verwunderung darüber, daß die Rabbiner Jesum nicht als den Messias anerkennen wollen. Lin Zögling der Missionsschule in Tunis, deren Schülerzahl sich verdoppelt hat und jetzt ^6 beträgt, verstopfte noch vor einem Jahr seine Ohren, so oft der Name Jesu genannt wurde. Jetzt nennt er ihn selber. Als sein Lehrer fragte, wie man Sündenvergebung erlangen könne, da keine Opfer mehr vorhanden seien, antwortete er mit Joh. tz 7: „Das Blut Jesu Ehristi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde." Manche gläubige Israeliten wirken als Prediger an christlichen Gemeinden. Miss. Bachert erzählt von einem solchen^ der jetzt in einflußreicher Stellung für den HErrn kämpft, den er vor seiner Bekehrung bekämpfte. Ost erblühte die Rose des Bekenntnisses zwischen den Dornen der Verfolgung. Ein vom Geiste Ehristi erfaßter Lehrer in London unterrichtete eine junge Jüdin im Deutschen. Einmal diktierte er ihr eine Stelle aus der Bergpredigt mit der Bemerkung, daß dies ein Stück aus der Bibel sei. Das junge Mädchen rief: „Wie schön ist die Lehre Moses I" Da berichtigte er ihren Irrtum und sagte ihr, daß die Worte nicht von Mose, sondern von Jesu herrührten. Als er das nächste Mal zum Unterricht erschien, hieß es, man bedürfe seiner Dienste nicht mehr. Während schwächere Naturen von Angehörigen oder Vorgesetzten sich den Mund stopfen lassen, überwinden andere heldenmütig alle Feindschaft. Der bekehrte Falaschapriester Aba Teesasu wurde auf der Flucht vor den Derwischen von früheren Glaubensgenossen gefangen genommen und vor Gericht gestellt. Er sollte widerrufen oder sterben. Auf die Frage des abefsinifchen Richters, was er vorziehe, antwortete er: „Ich gehe zu meinem HErrn und zu meinem Vater. Ich möchte lieber sterben, statt als Abtrünniger weiterzuleben, heute freue ich mich, daß ich würdig geachtet werde, für den Namen des hErrn Jesu zu leiden und für Ihn zu sterben." Der Richter wurde von diesen Worten tief bewegt und sagte weinend zu dem Angeklagten: „Geehrter Vater, gieb mir Deinen Segen!" Dann schickte er ihn unter sicherem Geleite zu seinen christlichen Freunden. Wie in Abessinien, so erfuhren auch in Persien