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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 9 (1892) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
9 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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70 der Engeldienst als eine Verirrung verurteilt. Im entgegengesetzten Sinn zeigt sich eine solche in der Leugnung des Daseins der Engel, wie sie von der Sekte der Sadducäer berichtet wird (z. B. Ap.-G. 23, 8). Wir wenden uns nun dem Gebiete der Kunst zu. Wie in der Dichtkunst, bes. in den j)salmen, so finden wir die Engel in der darstellenden Kunst der Israeliten. IXlxt Lherubim waren die Teppiche aus Byffus (feinem Musselin aus Baumwolle), welche die Sliftshütte bedeckten, und der Vorhang, welcher die beiden Räume in derselben von einander trennte, durchwirkt. Lherubim erblickte man auch im Tempel Salomos auf dem Vorhang vor dem Allerheiligsten, sowie auf dem Getäfer der Wände im heiligen und auf den Flügelthüren, die zum Heiligen und zum Allerheiligsten führten. Geschnitzte Therubim befanden sich in der Stiftshütte und im Tempel auf dem Deckel der Bundeslade. Im Allerheiligsten des Tempels standen außerdem zwei \0 Ellen hohe Lherubim aus Olivenholz, deren Gesichter dem Heiligen zugekehrt waren, deren Flügel den ganzen Raum ausfüllten. Endlich waren die fahrbaren Wassergestelle, welche Salomo außer dem ehernen Meer im Tempelvorhof aufgestellt hatte, mit Therubim geschmückt. Nach Hes. %{, \S ff. wird der Tempel der Zukunft, in welchem der alte Bund seine Vollendung erreichen soll, denselben Schmuck aufweisen. In jene große Zukunft weist auch die Verheißung, daß die verklärte Menschheit über die abgefallenen Engel zu Gericht sitzen werde (\. Kor. 6, 3). (Schluß folgt.) Jüdische Chronik. Am 26. Juni wurde in Berlin der erste norddeutsche Antisemitentag abgehalten. Einstimmig beschloß man die Begründung eines aus zwanzig Personen bestehenden Verbandes, welcher durch Bildung von Vereinen und Veranstaltung von Versammlungen die antisemitischen Bestrebungen fördern soll. — Die Direktoren der höheren Schulen in Berlin mußten der Regierung die Zahl ihrer jüdischen Schüler angeben und dabei berichten, wieviele vom jüdischen Religionsunterricht befreit sind, und wieviele am christlichen teilnehmen. — Die Rabbiner Oberschlesiens vereinigten sich zu einem verbände, dessen Aufgaben die Förderung religiöser und pädagogischer Angelegenheiten, die Wahrung der Standesinteressen und die wissenschaftliche Anregung bilden. — In Brätz (prov. Posen) starb kürzlich das letzte männliche Mitglied der jüdischen Gemeinde. Das vermögen der letzteren wurde der Gemeinde in Tirschtiegel überwiesen, welche damit die Fürsorge für zwei in Brätz noch lebende alte jüdische Frauen übernahm. Merkwürdigerweise hat Brätz jetzt nicht nur eine Synagoge ohne Juden, sondern auch eine katholische Kirche ohne Pfarrer, und der dortige evangelische Pfarrer war bis vor kurzem ohne Kirche, da das evangelische Gotteshaus wegen Baufälligkeit einige Jahre lang polizeilich geschloffen war. — In Kackschen bei Lasdehnen (Ostpreußen.) besteht eine ländliche jüdische Kolonie, vor etwa 20 Jahren kaufte sich hier ein Israelit an. Da man infolge der Parzellierung von Grundstücken Land zu Bauplätzen billig erhalten konnte, folgten dem ersten bald andere. Jetzt wohnen in etwa Häusern mehr als 70 Familien, von denen ungefähr die Hälfte Grundstücke von durchschnittlich 5 Morgen besitzt. Ackerbau wird jedoch nur nebenbei durch gemietete Tagelöhner betrieben. Haupterwerb ist der Handel. Ihm liegen alle erwachsenen männlichen Familienglieder ob. Nicht nur zu den Festen, sondern in der Regel zu jedem Sabbath kommen sie oft aus weiter Entfernung nach Hause. Die Synagoge, in welcher sich die kleine Gemeinde versammelt, wurde mit großen Opfern erbaut. — Nach einer Schrift des Rabbiners Stern in Kiel ist als Begründer der Kieler Synagogengemeinde Jakob Muffaphia zu betrachten, welcher am 28. November \Gty

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