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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 8 (1892) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
8 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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63 von der dem inneren Menschen immer wieder sich anheftenden Unreinheit frei werden kann, zeigt Sacharia J3, verglichen mit Jes. 53 und andern Stellen. Seit der Ankunft und insonderheit dem sühnenden Tode des Messias haben das Haus Davids und die Bürger zu Jerusalem einen freien, offenen Born wider die Sünde und Unreinigkeit. Es giebt jetzt ein unerschöpfliches ehernes Meer. Zu seinem lebendigen Wasser weisen die Boten Christi jedermann, wer ihrem Ruf gehorcht, findet die ersehnte Reinigung. Nicht die Werke, die wir thun, sondern das von Jesu Christo vollbrachte Lrlöjungswerk und das von demselben zeugende Wort verschaffen der sündigen Seele Cntsündigung. von der römischen Weltmacht sagte einst Sallust, sie bestehe durch dieselben Triebkräfte, denen sie ihr Entstehen verdanke. So führt die Gerechtigkeit Christi nicht nur einmal über die Schwelle des neuen Bundes, sondern erneuert Tag für Tag die einer solchen Erneuerung täglich bedürftigen Bundesgenossen, wenn diese nur das ihnen gebotene Mittel mit betender Andacht anwenden und morgens und abends in die heilige Flut sich versenken. Zu Matth. 5, 44. während Johannes Lhrysostomus, der größten Redner einer und, was noch mehr sagen will, ein aufrichtig frommer Christ, Patriarch von Konstantinopel war, ließ sich der damalige schwache Kaiser Arkadius von seinem Günstling Eutropius, einem früheren Sklaven, überreden, den Kirchengebäuden, die bis dahin als Zufluchtsstätten für Verfolgte gegolten hatten, das Asylrecht zu nehmen. Lhrysostomus war bei dem Kaiser und seinem mächtigen Hofbeamten in Ungnade gefallen, weil er den Uebermut und die Gottlosigkeit des letzteren gestraft hatte. Um sich an dem Patriarchen zu rächen, hatte Lutropius die Aufhebung jenes Rechtes erwirkt. Bald trat jedoch eine Wendung im Leben des Günstlings ein. Er selber fiel in Ungnade, wurde aus dem Amte gestoßen und von kaiserlichen Soldaten und anderen Feinden mit dem Tode bedroht. In dieser Bedrängnis floh Lutropius zu Lhrysostomus, welcher dadurch Gelegenheit erhielt, Feindesliebe zu üben. Der edle Patriarch verwahrte den verfolgten einige Tage lang in seiner Kirche. Am folgenden Sonntag erschien eine ungeheure Volksmenge, um den gestürzten hofbeamten zu sehen und Lhrysostomus zu hören. Der erstere stand da als ein bleicher, gebrochener Mann, sich an eine Säule lebnend. Der einst von ihm gehaßte Prediger der Liebe eröffnete diesmal seine Rede mit dem bekannten Satz aus dein Prediger Salomos: „Es ist alles ganz eitel." Dann schilderte er, von dem Ereignis, das alle Gemüter bewegte, ausgehend, die Nichtigkeit der irdischen Größe, hierauf ermahnte er die Gemeinde, dem hilfesuchenden nicht zu zürnen. Er zeigte, wie viel besser es sei, wenn Lutropius noch Zeit gewinne, Buße zu thun, als wenn ersetzt in seiner Sünde sterbe und verderbe. Zur Sinnesänderung forderte er auch den ehemaligen Gegner auf. Daß er diesen noch weiter in seiner Kirche behielt und schützte, ist nach dem Gesagten selbstverständlich. Kleine Wisstonszeitung. Diakonus Konrad in Breslau, der Leiter des Schlesischen Vereins von Freunden Israels, taufte in diesem Frühjahr ein jüdisches Mädchen. Auf seine Veranlassung sprach Professor Cassel aus Berlin am 29. März in einem öffentlichen Saal vor zahlreichen jüdischen Zuhörern über den Kaufmann von Venedig. Auch in der Kirche, in welcher Cassel am 30. März predigte, waren viele Juden zugegen. — Der Rheinisch-westfälische Verein für Israel nahm im vorigen Jahr 3 Glieder der Synagoge in die Kirche auf. Außer der eigentlichen Mission wurde auch Proselyten pflege geübt. Der erste Agent, Pastor Stolle, machte mehrere Missionsreisen, wenn jüdischerseits ihm gegenüber das Anwachsen des Antisemitismus als Hindernis einer Annäherung an das Christentmn geltend gemacht wurde, suchte er die Blicke von der Vielheit der Vertreter des Christentums auf die eine erhabene Gestalt hinüberzulenken, die vor \8 Jahrhunderten in Israels Mitte getreten ist. Einmal mußte er sich vor jüdischen Zuhörern mit der Schwalb'schen Unglaubenslehre auseinandersetzen. Oft fand er, daß der Herzensboden durch Leiden gelockert worden war. Außer Stolle waren Missionar Goldstern und der Vereinsbote Schmidt thätig. Die Anstellung eines zweiten Boten verbot der Mangel an Mitteln. Die Jahreseinnahme belief sich auf \">907, die Ausgabe auf ^09 JL Unter der Lin nähme befindet

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