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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 8 (1892) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
8 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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sich der Erlös für verkaufte Schriften im Betrage von 457 *//£.. — In Warschau starb am *o. März der Lftlfsmissionar Island im Alter von 74 Jahren. Er war aus Wilna gebürtig und wurde *853 getauft. — Missionar Rosenstrauch in Lemberg hatte in den ersten Monaten d. I. 8 Israeliten im Unterricht. Mit vielen Auswärtigen steht er in Briefwechsel. Seine vorjährige Reise durch Galizien hat seinen Bekanntenkreis erheblich erweitert. — In Paris beging die Gesellschaft zur Evangelisation Israels am 2. Mai ihr Iahresfest. Ihre Missionare, Taub nnd Borloz, wirken in Paris und Gran (Algier). Laub wurde am *7. Januar ordiniert. Die Gesellschaft vereinnahmte 9726 Frks. — In London feierte die Britische Gesellschaft zur Ausbreitung des Evangeliums unter den Juden am *o. Mai, ihrem Iahresfest, zugleich ihr 50 jähriges Bestehen. Sie wurde am 7. November M2 gestiftet und vereinigt Mitglieder der anglikanischen und der presbyterianischen Kirche mit Kongregationalisten, Baptisten und Methodisten zur Arbeit an Israel. 2% Missionare und eine Anzahl freiwilliger Helfer breiten das Evangelium in England und auf dem Festlande (in Deutschland, Österreich, Rußland und der Türkei) aus. Einnahme: gegen 7000 £. — Ebenso groß war *89* das Einkommen des Iudenmissionskomitees der schottischen Freikirche (genauer: 6933 £). Die Generalversammlung der letzteren beschäftigte sich am 20. Mai (in ihrer 3. Sitzung) mit der Iudenmission. Ihre Missionsstationen sind Budapest, Breslau, Konstantinopel, Tiberias und Safed. Prag wurde im Oktober des letzten Jahres aufgegeben. In Tiberias traf die Erlaubnis zum Bau eines Krankenhauses ein. Die beiden dortigen Missionarsfamilien wurden jüngst durch den Tod lieber Kinder schwer heimgesucht. — Auch die schottische Staatskirche arbeitet auf 5 Missionsgebieten, die sämtlich in der Türkei liegen. Sie widmet sich besonders der Jugenderziehung. *89* wurden ihre Schulen von *220 jüdischen Kindern besucht. — vor seiner Verbannung aus I späh an erlebte Missionar Norollah daselbst die Bekehrung eines Ältesten der jüdischen Gemeinde, welcher die Mission längere Zeit verfolgt hatte. Er hielt nicht nur seine beiden Söhne nnd andere Israeliten von jeder Berührung mit dem Missionar fern, sondern ersuchte auch in Verbindung mit 2 Gleichgesinnten den Gberrabbiner von Iazed, alle in den Bann zu thun, die ihre Kinder von N. unterrichten ließen oder selber zu ihm kamen. Auch verklagte er N. bei dem muhammedanischen Obermollah als einen Zerstörer des Islam. Bei einer Missionsversammlung beteuerte er, er würde Gott für einen falschen Gott Hallen, wenn er vom Himmel herab ihm zurufen würde: „wisse, daß der Messias gekommen, und daß Jesus der Messias ist!" Da trat plötzlich eine Wendung in seinem Leben ein. Als N. ihn am 5. Tage des Laubhüttenfestes besuchte, äußerte er den Wunsch, die Religion Christi anzunehmen. Das Lesen des Neuen Testaments und verschiedener Traktate hatte ihn von der Wahrheit derselben überzeugt. Er nahm sich zweier Proselyten liebreich an und bekannte öffentlich seinen Glauben, hielt sogar iu seiner Wohnung christliche Versammlungen ab. Seine Söhne schickte er in die Missionsschule, die täglich von durchschnittlich 50 Knaben besucht wurde. Das größte seiner 3 Däuser stellte er N. für Kirchen- und Schulzwecke zur verfügung. Die Sinnesänderung dieses gelehrten und einflußreichen Mannes war wohl auch die Ursache, daß die evang. Gottesdienste mehr jüd. Teilnehmer fanden als früher. N., der vom *7. Dez. bis zum *6. Jan. in Kashan lebte und dann, als er auch diese Stadt verlassen mußte, sich nach Teheran begab, wird hoffentlich bald zu seinen Freunden in Ispahan zurückkehren können. — In Indien trat ein früherer Muhammedaner als Iudenmissionar auf. Derselbe, Mirza Abdullah Beg, hatte Jahre lang den Koran studiert und *6 mal die Wallfahrt nach Mekka gemacht, hierauf, vom Islam unbefriedigt, sich 2 indischen Reformsekten zugewandt. Als er auch bei diesen, dem Brahnra Samadsch und dem Arja Samadsch, keinen Trost empfing, suchte er ihn bei indischen Juden. Er fand ihn aber erst im Christentum, mit welchem ein Lehrer der englischen Kirchl. Missionsgesellschaft ihn näher bekannt machte. Noch während des Taufunterrichts redete der von dem Geist der Pfingsten erfaßte Mann wie mit Heiden und Muhammedanern so auch mit Juden furchtlos von Christo, den: Heiland aller Menschen. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße **. Kommissionsverlag der Buchhandlung der Goßner'schen Mission, Friedenau-Berlin. Druck von 3. lvindolff, Berlin, Lharloltenstroße 88

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