Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 7 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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5H man die kehren Jesu als rabbinische pries. Manche bestritten, daß Jesus überhaupt gelebt habe, z. B. M. Mise in Lincinnati. In Jerusalem erschienen WO die alten jüdischen Fabeln über Iesum in neuer Ausgabe. Ein jüdischer Arzt in Jassy verunglimpfte das Evangelium Matthäi u. s. w. Dem gegenüber sollte die Airche lauter als bisher ihre Stimme erheben. Mir bedürfen eines Buches über das jetzige orthodoxe und reformerische Judentum, welches den dem alten Rabbinismus gewidmeten „Alten Pfaden" M' Gauls an die Seite gestellt werden kann. Die Londoner Gesellschaft hat ein Recht, den Angriff zu leiten. Möge sie, die älteste unter den bestehenden Gesellschaften für Israel, in jugendlicher Araft vorwärts gehen! Endlich nahm Miss. Mühlenbruch aus Bukarest das Mort. Er erzählte von dem Verkauf Neuer Testamente auf seinem Arbeitsgebiet. Die christlichen Schriften wirken bei vielen Israeliten als ein Sauerteig. Oft geben die Besitzer sie an andere zum Lesen. Ein jüdischer Soldat, dem M. die „Alten Pfade" geliehen hatte, bewog einen Freund, um diese Schrift zu bitten. Beide wurden von der Mahrheit des Lhriftentums überzeugt und wollen übertreten, aber aus Furcht vor ihren Verwandten auswärts. M. drang in sie, zu bleiben und sich vor den Ihrigen zu Ehristo zu bekennen, da ihr Beispiel auch andere zum Glauben führen könne. Doch ist leider ihr Glaube nicht stark genug. Ein besonders lieber Zögling, der während der Zeit des Taufunterrichts überall den Juden verkündigte, daß erden Messias gefunden habe, und sie zu den Missionsgottesdiensten einlud, wurde (4 Tage vor dem ersten Ostertag, an dem er getauft werden sollte, von seinem in Adjud lebenden Vater, einem Lehrer, abgeholt. Dieser hatte früher den Übertritt gestattet, nahm aber aus Furcht vor den dortigen Juden die Erlaubnis wieder zurück. Man hatte ihm nämlich gedroht, er würde alle feine Schüler verlieren, wenn sein Sohn Ehrist werden würde. M. kennt ungefähr 40 Juden, die an Lhristum glauben, aber nicht den Mut haben, ihn offen zu bekennen. Er pflegt die Sorgenvollen an Israels Ernährung in der Müste, an Elia, an die Witwe von Sarepta, an die Münder Jesu zu erinnern und ihnen zu versichern, daß Gott immer noch Münder thun kann. Aber ihr Glaube ist nicht so stark wie ihre Erkenntnis. Mir sollten mit diesen Israeliten Mitleid haben und für sie beten. Mie wenige von uns würden Verfolgungen Trotz bieten können! Zum Schluß ersuchte der Redner um Mittel zur Anstellung einer Gehilfin für die Mission in Bukarest. Auch bei dieser Versammlung erschienen die Missionskinder vom Palästina - Platz und verschönerten sie durch Gesänge. Ergreifend wirkte das „hosianna," das sie wie einst die Rinder im Tempel zu Jerusalem (Matth. 2\, (5) dem Sohne Davids darbrachten. Nach dem letzten Gesang wurde die Festgemeinde mit dem Apostolischen Segenswunsch entlassen. Die Aollekte ergab 44% £. Von der englischen Opferwilligkeit könnten wir Deutschen viel lernen.