Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 7 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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52 ihrer Behandlung von seiten der Russen zusammenhängt, bringt viele unter christlichen Einfluß und legt ihnen die Fragen vor: „Was bedeutet das alles? Sollen wir jetzt in unser Erbland zurückkehren? Und wie soll dies geschehen?" Unsere Gesellschaft hat im letzten Jahr einen guten Schritt vorwärts gethan. Manches fordert zum Danken auf und ermutigt zur Fortführung der Arbeit. Dazu gehört auch die unter der Mitwirkung des Erzbischofs von Dublin erlangte Wiederherstellung der freundlichen Beziehungen zu dem dortigen Hilfsverein. Die von diesem beantragten Änderungen im Missionsbetriebe sind zum Vollzug gekommen. Der zweite Redner, der Archidiakonus Hughes-Games von der Insel Man, erwähnte, daß die Gesellschaft seit s857 über 2s8000 hebräische Neue Testamente unter den Juden verbreitet habe. Die Zahl der sonst noch hinausgegebenen Schriften beläuft sich auf Millionen. Wir haben zu arbeiten: die Erfolge sind Gottes Sache. Manchmal rechnet man aus, wieviel die Bekehrung eines Juden kostet, als wäre es möglich, den Wert einer Menschenseele abzuschätzen. Übrigens fehlt es durchaus nicht an ermutigenden Erfahrungen. Viele Israeliten treten zum Christentum über, andere lassen wenigstens manche ihrer Vorurteile fahren. Man hält die Iudenchristen oft für unlauter. Aber ist denn unter uns jeder sog. Ehrist ein echter Ehrist? Unter den Aposteln war ein Judas, und später gab es einen Simon den Zauberer und einen Demas. Die Juden haben den ersten Anspruch auf unsere Missionsliebe. Ehristus sagt ausdrücklich, daß die predigt des Evangeliums, die unter allen Völkern erschallen soll, in Jerusalem zu beginnen hat. Das große Missionsgebet der englischen Airche (am Aarfreitag), welches die Juden voranstellt, befolgt die Ordnung Gottes. Nach der letzteren verfuhren auch die Apostel, bes. Paulus. Den Juden das Evangelium zu bringen, verlangt ferner die Gerechtigkeit. Wir sollen wieder gut zu machen suchen, was die Lhristenheit Jahrhunderte lang an den Juden verbrochen hat. Und auch eine Pflicht der Dankbarkeit haben wir an ihnen zu erfüllen, da sie uns die Bibel gegeben haben und von ihnen der Erlöser ausgegangen ist. Die Wiederkunft Lhristi und vorher die Bekehrung der Welt hängt von der Einsammlung des auserwählten Restes dieses Volkes ab. Ein Anzeichen von der Nähe der Endzeit ist die Rückkehr der Juden nach Palästina. Die bekehrten Juden werden die besten Heidenmissionare sein. Will man an der Bekehrung der Welt arbeiten, so muß man an den Juden anfangen. Thun wir die Arbeit nicht, so wird Gott schon andere Werkzeuge finden. Aber uns geht dann der Segen verloren, der denen zu teil wird, die Jerusalem lieben. Der folgende Redner, das Parlamentsmitglied Mark Stewart, sprach zuerst von den im letzten Jahr verstorbenen Freunden der Gesellschaft. Der Verlust scheint unersetzlich. Aber dürfen wir nicht hoffen, daß der große Baumeister die Lücken ausfüllen und andere Bausteine herzubringen werde? Wir müssen vorwärts gehen. Nulla vestigia retrorsum (keine Spuren führen rückwärts) muß unsere Losung sein. Was haben wir bisher für Israel gethan? Erst