Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 7 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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50 wird, und ich sah ein, daß der, welcher sie bewegt, Gott ist." Das Wesen Gottes zu durchschauen, hält er für unmöglich. Aber es ist unsere Pflicht, ihm unser Herz hinzugeben, ihn zu fürchten und seine Gebote zn halten. Bei der weiteren Darlegung der Gotteslehre bleibt der Verfasser nicht immer bei den biblischen Aussagen, sondern greift leider auch zu der irreleitenden heidnischen Weltweisheit. Dann sagt er, die Menschen seien nach ihrer Stellung zur Religion in drei Gruppen einzuteilen: Vielgötterer, Juden und Christen. Qm armenischen und syrischen Text ist von vier die Rede: Barbaren, Griechen, Juden und Thristen.) Nachdem er die Verkehrtheiten der Heiden, des. der weisheitsstolzen Griechen, beleuchtet hat, bezeichnet er die Juden als Leute, die Gott kennen und ihn nachzuahmen suchen. Sie üben Barmherzigkeit gegen Arme und Gefangene, begraben Tote u. s. w. Doch sind auch sie noch nicht bei der Wahrheit und dienen Gott mit Unverstand. Anders steht es bei den Thristen. Sie leiten ihr Geschlecht von dem Herrn Jesu Thristo ab, dem Sohne des höchsten Gottes, der im heiligen Geist vom Fimmel Herabstieg und von einer hebräischen Jungfrau geboren wurde. „Das wird gelernt aus dem Evangelium, welches vor kurzer Zeit unter ihnen gepredigt wurde, worin Du, o Aönig, die darauf liegende Wacht erkennen kannst, wenn Du es lesen willst." Der vom Stamm der Hebräer geborene Jesus hatte zwölf Jünger. Nach Vollendung seiner Aufgabe wurde er von den Juden gekreuzigt, aber nach drei Tagen wieder lebendig, hierauf fuhr er gen Himmel. Nach Jesu Himmelfahrt zogen die zwölf Jünger in die Provinzen des Erdreichs hinaus und predigten seine Hoheit. Wer an diese predigt glaubt, heißt Lhrist. (Daß Jesus, der Thristus, als der Weltenrichter wiederkommen wird, lehrt namentlich der Schluß des Buches.) Der Glaube an die Predigt von Jesu bewirkt einen sittlich reinen Lebenswandel. „Die Thristen haben die Gebote in ihre Herzen geschrieben und befolgen sie sorgfältig." Aus den Einzelheiten, die Aristides hier anführt, und die uns heutige Thristen zumteil tief beschämen, ist die folgende hervorzuheben: „Wenn unter ihnen ein Armer ist, und sie nichts für ihn haben, so fasten sie zwei oder drei Tage, um dem Bedürftigen das Nötige mitteilen zu können." Sein zusammenfassendes Urteil lautet: „Wahrhaftig, dies Volk ist ein neues Volk, und es ist etwas Göttliches mit ihnen vermischt." Er hält es für ausgemacht, daß die Welt um der Fürbitte der Thristen willen besteht. Für den, der die christliche Lehre prüfen und auffassen will, ist sie groß und wundervoll. Daher wird der Aaiser dringend aufgefordert, die evangelische Geschichte und die übrigen Bücher der Thristen zu lesen, und darum ruft der Verfasser am Ende seiner Ausführungen: „Wögen die Menschen bei Zeiten dem schrecklichen Gericht sich entziehen, welches über das ganze Menschengeschlecht durch Jesum, den Thristus, kommen wird." Näheres über dies Denkmal des christlichen Altertums findet man im Baseler „Airchenfreund" von (892, S. ((8 ff., und in den dort erwähnte» Schriften.