Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 7 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Mr. 7. — 48. Jahrgang. — 1892. Anhalt: €iu? verlorene und rviedergefundene Verteidigung des Christentums. — Das 8% Iahresfest der €. I.-M. — Zu Römer \2, J(6b. — Jason von Ayrene. — tzedamije. — Türkische Sprüchwörter. — Empfangsbescheinigung. Eine verlorene und wiedergefundene Verteidigung des Christentums. Im zweiten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung suchten verschiedene Bekenner des Evangeliums dasselbe gegen die Einwände von Heiden in Schriften zu verteidigen. Von einem dieser Apologeten wußte ,nan bis zum Jahre J878 nur, daß er Aristides hieß, zur Zeit Hadrians in Athen lebte und vor seinem Übertritt zum Ehristentum ein heidnischer Philosoph war. Sein Werk war verloren gegangen. Da veröffentlichten in dem genannten Jahre die armenischen Mönche des Alosters San Lazaro zu Venedig in armenischer Sprache das von ihnen ausgefundene Bruchstück einer Schrift, in welcher stch „Aristides, der Philosoph von Athen," vor „dem Selbstherrscher, Kaiser Hadrian," über das Ehristentum äußert. Daß wir es hier nicht mit einer Fälschung, sondern mit dem Anfang des ins Armenische übersetzten, so lange vermißten Buches zu thun haben, ist jetzt über allen Zweifel erhaben. f889 enldeckte nämlich der amerikanische Theologe I. Rendel Harris im St. Katharinenkloster auf dem Sinai die vollständige Apologie des Aristides in syrischer Übersetzung, die mit der armenischen die größte Übereinstiminung zeigt. Aber noch eine weitere Stütze erhielt man für die Behauptung der Echtheit. Als der englische Gelehrte I. A. Robinson die harris'sche Entdeckung näher prüfte, erkannte er, daß auch die griechische Urschrift jener altchristlichen „Verteidigungsrede für die Verehrung Gottes" noch vorhanden ist. Sie bildet den Mittelpunkt der aus dem Mittelalter stammenden Erzählung von „Barlaam und Josaphat," einer christlichen Überarbeitung des indischeil Romans von der „Jugend des Buddha." Der Erzähler legt sie dem dort auftretenden unfreiwilligen Anwalt des Ehristentums, Nachor, in den Mund. Inl Vergleich mit den beiden Übersetzungen ist der griechische Text an wichtigen Stellen kürzer gefaßt. Vielleicht wurde die Schrift zuerst dem Hadrian (\\7—58), dann in erweiterter Fassung seinem Nachfolger Antoninus Pius (f58—6h überreicht, hierauf scheint auch der Titel der syrischen Ausgabe hinzudeuten. Am Allfang seiner Rede erzählt Aristides, wie ihn die Betrachtung des Himmels und der Erde, des Meeres und der Gestirne zu einem Bewunderer der Weltordnung gemacht habe. „Ich begriff, daß die Welt und alles, was in ihr ist, durch die Kraft eines andern bewegt