Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 6 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Die hier geschilderte Wegräumung vor Iehovah (das Eherem) erinnert an die von Gott angeordnete Ausrottung der Aananiter oder des Achan und seiner Familie. Sie hat mit dem Opfer, der Gabe, die dem Allmächtigen auf dem Altar dargebracht wird, nichts zu thun. Gott giebt hier seinem Volk zugleich einen Beweis von dem Ernst der Drohung 2. Mose 20, 5 und schärft ihm die unverbrüchliche Heiligkeit des Eides ein: Jos. 9. Weil David in diesem Fall nur das Werkzeug zur Vollziehung des göttliche Strafgerichts ist, gilt für ihn die 5. Mose 2% s6 (vgl. 2. Aon. 6) für die menschliche Rechtspflege gegebene Vorschrift diesmal nicht. Auf die Frage, die inmitten Israels immer wieder auftauchte, ob nicht doch das Menschenopfer Iehovah wohlgefalle, antwortet der Prophet Micha Aap. 6, 6 ff. mit einer die entschiedene Verwerfung desselben enthaltenden Hinweisung auf das von Gott geoffenbarte Gesetz. „Womit soll ich den HErrn versöhnen? . . . Soll ich meinen ersten Sohn für meine Übertretung geben oder meines Leibes Frucht für die Sünde meiner Seele?" „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der HErr von dir fordert, nämlich: Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig fein vor deinem Gott." Die Seele der israelitischen Religion, -er Aern ihres Opferdienstes ist Unterwerfung des Menschen unter seinen Schöpfer, den heiligen, aber auch gnädigen Gott. „Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist. Ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst Du, Gott, nicht verachten." ps. 5h sy. „Opfere Gott Dank! . . . Wer Dank opfert, der preiset mich, und das ist -er Weg, daß ich ihm zeige das Heil Gottes." ps. 50, 23. „Gieb mir, mein Sohn, dein HerzI" Sprüche 25, 26. (Vgl. Matth. 5, 23 f. Röm. \2, h) Die Vollendung dieses gottgefälligen Opfers ist das Märtyrertum. Als Beispiel in dieser Hinsicht kann 2. Makkabäer 7 dienen. Es bleibt nur noch eine Stelle übrig, die wir zu besprechen haben. Von einem Menschenopfer eigener Art handelt Ies. 53. Der Prophet weissagt von einem Anecht des HErrn, der nicht nur verwundet, gestraft, gemartert, sondern aus dem Lande der Lebendigen weggerissen werden soll, während er für die Missethat seines Volkes geplagt wird. Vieler Sünden tragend, wird er sein Leben zum Schuldopfer geben. Julius Eäsar schreibt von den Galliern, daß sie durch ihre Druiden Menschenopfer darbrachten, weil die Gottheit nur versöhnt werden könne, wenn ein Menschenleben für ein Menschenleben hingegeben werde. Die göttliche Offenbarung dagegen, die dem Volke Israel zu teil wurde, belehrte dasselbe nicht nur über die Verwerflichkeit, sondern auch über die Vergeblichkeit des Menschenopfers. „Aann doch ein Bruder niemand erlösen noch mit Gott jemand versöhnen! Denn es kostet zu viel, ihre Seele zu erlösen, daß er's muß lassen anstehen ewiglich." ps. V, 8 f. Wenn nun Iesaia trotzdem von einem durch sein Selbstopfer versöhnend wirkenden Anecht Iehovahs redet, so muß dieser eine höhere Natur besitzen. Es ist, wie auch seine Sündlosigkeit (Vs. 9) beweist, ein gottmenschlicher Priester, der sich zum Heil sündiger Volksgenossen dem Tode weiht. Die christliche