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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 6 (1892) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
6 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Gestalt, die ihm begegnet, ist sein Sohn. Als der Vater seinem Versprechen gemäß ihn opfert oder, nach einer andern Fassung der Lage, opfern will, bricht die Pest im Lande aus. Die Unterthanen des Idomeneus empören sich und verjagen ihren König aus Kreta. Auch die Lage von der Iphigenie wird von Licero m einer Form erzählt, die an Richter (( erinnert, hiernach gelobte Agamemnon, der Artemis das Schönste zu opfern, was in demselben Jahre in seinem Königreiche geboren werden würde. Als nichts gefunden wurde, was seine Tochter Iphigenie an Schönheit übertroffen hätte, opferte er diese. Nach Liceros Urteil hätte er eher sein Gelübde nicht halten sollen, als eine so grause That zu begehen. Gegenüber der schon im Targum, bei Iosephus, den Kirchenvätern und Luther vorkommenden Deutung, nach welcher Iephthah feine Tochter wirklich getötet hat, wurde von mittelalterlichen Rabbinern, neuerdings von Hengstenberg, Keil und Köhler aus Vs. 39 b gefolgert, daß die Ausführung des Gelübdes nicht den Tod, sondern die lebenslängliche Ehelosigkeit der Tochter bewirkt habe. Diese Auffassung steht mit dem einfachen Wortsinn im Widerspruch. (Vgl. auch 3. Mose 27, 23 f.) Wenn aber Iephthah hiernach seinem übereilten Eide gemäß handelte, so ist die Iehovahreligion für diesen Vorgang natürlich nicht verantwortlich zu machen. Der Word jener Jungfrau muß als eine heidnische Verirrung, als eine grauenhafte Entartung des Iehovahdienstes angesehen werden. Von einer solchen Entartung zeugen auch 2. Könige (7, (7 und 23, (0. Wie im Zehnstämmereich jüdische Knaben und Mädchen „durchs Feuer gehen" mußten, so kam dieser Greuel auch im südlichen Reiche auf. Unter Manasse und Amon von Juda (696—39) wurde neben dem kananitischen Baals-, Afchera- und Astartedienst der Molochsdienst eingeführt. Im Hinnomthal bei Jerusalem brachte man dem Moloch Kinderopfer dar. Die Kffym verpflanzten die Verehrung der Feuergötter Adrammelech und Anammelech, denen man ebenfalls Kinder verbrannte, nach Samarien: 2. Kön. \7, 3(. Nach Hesek. 20, —26 war diese Abgötterei eine göttliche Strafe für Israels Ungehorsam, wie ja oft die Sünde mit Sünde heimgesucht wird. Der HErr verwarf sein Volk, und die Folge davon war, daß dies alle Erstgeburt durchs Feuer verbrannte. Die Rachethat der Gibeoniten, welche 2. Sam. 2\, 9 mitgeteilt wird, kann offenbar nicht als die Darbringung eines eigentlichen Menschenopfers gelten. Saul hatte durch die Tötung zahlreicher Bewohner Gibeas eine Blutschuld auf das ganze Land geladen. Daher entstand unter David eine Teuerung, die drei Jahre anhielt. Als David die Ursache dieser Trübsal erfuhr, ließ er die noch übrigen Gibeoniten kommen und fragte sie: „Was soll ich euch thun?" Sie antworteten: „Gebet uns sieben Männer aus Sauls Hause, daß wir sie aufhängen dem HErrn zu Gibeal" Der König entsprach diesem Verlangen, und die Sieben fanden den Tod. „Also ward Gott nach diesem dem Lande wieder versöhnt," sagt Vs. nach Luther. Eigentlich heißt es dort: „Gott ließ sich erbitten, er erhörte das Land."

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