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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 6 (1892) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
6 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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HZ schäften als Ehrenmitglied an. Über seine Aenntnis der hebräischen und der arabischen Sprache vergleiche man „D. <£." (8% 5. HH f. Seine Stellung zum Christentum behandelte kürzlich pred. Flctcher, früher langjähriger Missionar in Brasilien, in dem New-tzorker Blatt „Evangelist“. Einmal erklärte der Aaiser ihm gegenüber: „Ich liebe die Bibel. Ich lese sie jeden Tag, und je mehr ich sie lese, desto mehr liebe ich sie. Es giebt Leute, welche die Bibel nicht lieben: ich verstehe dieselben nicht." Die Beschäftigung mit der Reformationsgeschichte von Merle d'Aubigne machte auf ihn einen tiefen Eindruck. Dem gelehrten Agassiz sagte er, nachdem er dies Buch gelesen Hatte: „Vergessen wir die Reformatoren nicht, diese Männer, welche die Reformatoren der Melt waren!" Über dem Eingang zu seiner Privatkapelle sah man kein heiligen- oder Marienbild, sondern, ein Relief, welches ein auf einem Areuze liegendes Lamm darstellte. Über diesem Bilde stand die Inschrift: „Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Melt Sünde trägt!" Das Menschenopfer bei den Israeliten. (Fortsetzung.) Gehen wir zur nach mosaischen Zeit über, so kommt hier zuerst die Geschichte von der Tochter Iephthas in Betracht, Richter \h 30 ff. Als jener Richter gegen die Ainder Ammon auszog, da that er ein Gelübde vor dem HErrn. Römische Feldherren pflegten, wie Livius berichtet, vor einer Schlacht dem Jupiter oder Apollo einen Teil der etwaigen Beute oder die Erbauung eines Tempels zu geloben. Iephthahs Morte läuteten: „Giebst du die Ainder Ammon in meine Hand, so soll das, was zu meiner hausthüre heraus mir entgegengeht, wenn ich mit Frieden wiederkomme . . ., des HErrn sein und will es zum Brandopfer opfern." Er bereitet nun den Feinden eine völlige Niederlage. Als Sieger kehrt er in seinen Mohnort Mizpa zurück. Aus seinem Hause aber geht seine jungfräuliche Tochter, sein einziges Aind, ihm entgegen mit Pauken und Reigen. „Da er sie sah, zerriß er seine Aleider und sprach: Ach, meine Tochter, wie beugest du mich und betrübest du mich! Denn ich habe meinen Mund aufgethan gegen den HErrn und kann's nicht widerrufen." Die Tochter weigert sich nicht, das durch des Vaters Gelübde ihr bereitete Los zu erleiden, und erbittet sich nur die eine Gnade, zwei Monate lang mit ihren Gespielen auf den Bergen ihre Iungfrauschaft beweinen zu dürfen. Iephthah gewährt diesen Munsch. Nach Ablauf der Frist aber „that er ihr, wie er gelobt hatte." Die Töchter Israels hielten fortan jährlich eine H tägige Alage um die Getötete. Auch zu dieser biblischen Erzählung findet sich ein Seitenstück in einer griechischen Sage. Auf der Rückkehr von dem zerstörten Troja wird Idomeneus, der Aönig von Areta, von einem Sturm überfallen. Er gelobt, den Göttern, falls sie ihn am Leben lassen, das Erste zu opfern, was ihm in der Heimat entgegenkommen werde. Die erste

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