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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 5 (1892) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
5 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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39 dieser ein höheres Eigentumsrecht an die Kinder hat als die Eltern. Jene Lösung geschieht trotz der außerdem stattfindenden Annahme des Stammes kevi anstelle sämtlicher Erstgeborener. Die Darbringung von Kinderopfern wird ausdrücklich verurteilt. 5. Mose \2f 30 f. lesen wir: „6üte dich, daß du nicht sprechest: Wie diese Völker haben ihren Göttern gedient, so will ich auch thun. Sie haben ihren Göttern gethan alles, was dem HErrn - ein Greuel ist, und was Er hasset. Sie haben auch ihre Söhne und Töchter mit Feuer verbrannt ihren Göttern." (Fortsetzung folgt.) Jüdische tzhrorrik. In Berlin fand am 29. Februar d. I. eine Versammlung statt, welche die Vereinigung zur Abwehr der Rassenverhetzung einberufen hatte. Etwa 2000 Personen waren zugegen. Der anhaltende Widerspruch der Antisemiten gegen die Behauptungen der beiden Redner führte schließlich die polizeiliche Auflösung der Versammlung herbei. — Der im Dez. *89* verstorbene Lehrer am jüd.-theol. Seminar zu Breslau, I>r. Zuckermann, wirkte an dieser Anstalt seit ihrer Begründung i. 3. *85^. Er war ein tüchtiger Mathematiker und Renner des Kalenderwesens, wie er vor seinem 70. Geburtstage Breslau verließ, um den ihm zugedachten Huldigungen zu entgehen, so durfte auch bei seiner Beerdigung kein Wort zu seinem Lobe gesprochen werden. Auch eine nachträgliche Trauerfeier im Seminar hatte der bescheidene Gelehrte untersagt. Zum Nachfolger von Prof. Grätz, der an derselben Anstalt thätig war, wurde Rabbiner Braun in pleß ernannt. — In Oppeln schenkte der chriftl. Kommerzienrat Giesel dem vaterländischen Frauenverein ein Waisen- und Siechenhaus unter der Bedingung, daß evangelische und jüdische Waisen aus Stadt und Kreis Aufnahme finden sollten. — Am 3. Januar wurde die neue evangelische Kirche zu palmnicken in Ostpreußen eingeweiht, eine Stiftung eines Israeliten, des ersten Inhabers der Firma Stantien u. Becker, welcher Palmnicken nnd einige andere Ortschaften gehören. Die weiherede des Generalsup. pötz behandelte Matth. \5, — In Frankfurt a. M. bildete sich ein freisinniger verein für jüd. Gemeindeleben, in Leipzig ein israeljt. Bildungsverein. — Das Reichsgericht zu Leipzig bestätigte ein Urteil der Strafkammer des Landgerichts Rudolstadt, durch welches (auf Antrag des Männerbundes zur Bekämpfung der öffentlichen Sittenlosigkeit) der Verfasser und der Verleger einer das Alte Testament schmähenden Schrift wegen Vergehens gegen § \66 des Strafgesetzbuches zu einer Gefängnisstrafe von je einem Monat verurteilt worden waren. — Das sächsische Ministerium des Innern verordnete, daß bei dem Schlachten vierfüßiger Tiere der Blutentziehung die Betäubung vorangehen müsse, hiermit wird das rituelle Schlachten solcher Tiere verboten. — In Hessen-Darmstadt flössen im letzten viertel des Jahres j89j den Synagogengemeinden an Stiftungen und Schenkungen JO. 56000 zu. Die katholische Kirche erhielt im gleichen (Quartal JO. ^60000, die evangelische nur 3500. — Der russische Verein zur Verbreitung der Bildung unter den Juden des Kaiserstaates zählt 655 Mitglieder und gewährte zuletzt Unterstützungen im Betrage von 30 ^3 Rubeln. Der Übertritt russischer Juden nach Preußen wird von den preußischen Behörden infolge eines Ministerialerlasses vom 23. Febr. verhindert. Diese Sperrmaßregel hängt damit zusammen, daß manche russ.-jüdische Auswanderer wegen Mittellosigkeit von Amerika nach Deutschland zurückgeschickt und von Rußland nicht wieder ausgenommen wurden. — In einem Beth Hamidrasch zu London, welches hauptsächlich von polnischen Juden besucht wird, fand am letzten Tage des Laubhüttenfestes *89^ eine eigentümliche Feier statt. Die Gemeinde hatte an zahlreiche wohlthäter Israels aus Anlaß des jüd. Neujahrs Glückwunschschreiben gesandt. An jenem Tage wurden nun die eingegangenen Antworten unter lebhaften Freudenbezeugungen öffentlich vorgelesen, darunter Briefe der englischen Königin, des Prinzen von Wales, des Erzbischofs von Lanterbury, sowie anderer Bischöfe. — Der verstorbene Prinz Lucien Bonaxarte beschäftigte sich gerne mit der hebräischen Sprache. Bei dem Oberrabbiner von London holte er sich mehrfach Auskunft über Fragen, welche dies Studium wachgerufen hatte. — Im italienischen Parlament

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