Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 5 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554996-2555001--09142-2565269- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
36 mittags Punkt 12 Uhr. Seinem Begräbnisse wohnte auch eine große Zahl von Proselyten bei. ... Aönig Friedrich Wilhelm IV., hervorragende Bischöfe und Adlige, Männer der Wissenschaft und aus den höchsten Lebensstellungen in England haben ihn sehr hoch geachtet. Die Augen großer Scharen unter Hoch und Niedrig aber hat er auf die Juden gelenkt und sie gewöhnt, dieselben anders als bisher zu betrachten. ... Er selbst fühlte tief, daß die Juden einen Heiland nötig hätten, hatte aber auch offene Augen für das Gute in ihnen, für den religiösen Eifer besonders der polnischen Juden und ihr Festhalten an der Offenbarung eines lebendigen Gottes wie für ihre Mildthätigkeit gegen die Armen. Dabei gaben ihm die Verheißungen der Schrift stets neuen Mut für Israel. Überaus ergreifend trat dies zu Tage, als ihm der bischöfliche Stuhl in Jerusalem angeboten wurde. Er erklärte damals, daß den Sitz des Jakobus nur ein Sohn Abrahams einnehmen dürfe. Allerdings darf aber auch nicht verschwiegen werden, daß seine Vorliebe für die Juden ihn oft zu weit führte und er bei seiner geringen Menschenkenntnis vielfach Unwürdigen unter ihnen fein Vertrauen schenkte. ... In der Gesellschaftskapelle ist M'Taul wie May ein Denkmal errichtet. Hat May die Mission in die Areise der Thristen hineingetragen, so hat M'Taul dieselbe zu einer Macht inmitten der Juden erhoben. ... Vas Menschenopfer bei den Israeliten. Für die Gottheit ist nur das Beste gut genug. Diese an sich richtige Erkenntnis hat unter den verschiedensten Völkern und zu den verschiedensten Zeilen die Darbringung von Menschenopfern veranlaßt. Bis auf den heutigen Tag sucht der Neger in einzelnen Ländern Afrikas, der Adjuanbeter auf der Insel Nias im indischen Archipel und mancher andere Heide durch solche Opfer das Wohlgefallen seines Gottes zu erlangen. Namentlich verbindet man sie mit Leichenfeiern zu Ehren angesehener Personen, denen man auf diese Weise zugleich die nötige Dienerschaft in die andere Welt nachsenden will. Ein Amerikaner kam vor 63 Jahren nach Nukahiwa, einer der Markesasinseln in der Südsee oder Polynesien. Hier sah er nahe beim Wohnhause des Oberpriesters einen Tempel, in welchem man Menschen zu opfern pflegte. Aus einer 3 Fuß hohen steinernen Terrasse von 20 Fuß im Quadrat wurden die letzten Reste der Geopferten aufbewahrt, nachdem man sie vor dem unweit davon aufgestellten Götzenbilde hatte verwesen lassen. Der Besucher dieser unheimlichen Stätte empfing einen tiefen Eindruck von der Entwürdigung, zu welcher Aberglaube und Ünwissenheit den sich selbst überlassenen Menschen bringen. Bei den alten Deutschen und Nordländern dienten die Menschenopfer zur Versöhnung der erzürnten Götter und zur Erforschung ihres Willens. Hauptsächlich wurden Kriegsgefangene und todeswürdige