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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 4 (1892) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
4 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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50 zu Zeit kommt der Jerusalemer Pfarrer S., dessen Treue und Eifer von seinen Filialisten sehr gerühmt wurde, nach Haifa, um die kleine Schar von im ganzen 70—80 Seelen mit den Gnadenmitteln des Wortes und der Sakramente zu bedienen. Unter seiner Aufsicht steht auch seit (890 die deutsch-evangelische Schule, in welcher HO Ainder von zwei Lehrern unterrichtet weröen. Unser gemütliches Beisammensein wurde dadurch verlängert, daß der von Jaffa kommende Dampfer, den ich in Haifa erwartete, statt um 8 V2 Uhr abends erst um Mitternacht anlangte. Als er, an seinerroten Laterne erkennbar, in die vom Mondlicht bestrahlte Bucht einlief, fuhr ich in dem Wagen eines Aolonisten an den Landungsplatz. Aber erst gegen \ Uhr konnten die Böte abgehen, welche die Passagiere an Bord brachten. Dank der Hilfe meines Rutschers wurden die mit dem Verlassen des Landes verbundenen Geschäfte, besonders die Auseinandersetzung mit der türkischen Hafenbehörde, leicht und schnell erledigt. Während der Rahn über die dunkelglänzende, schlafende Flut dahinglitt, prägte sich mir die Schönheit der umgebenden Landschaft noch einmal tief ein. Die gleichmäßigen Ruderschläge schienen den Takt angeben zu wollen zu einem Abschiedsgesange bei dem Abschluß meines vierwöchentlichen, an unvergeßlichen Eindrücken überreichen Aufenthaltes im Lande Immanuels. Zu Mattst. 27, 29. Bei den alten Griechen wurden nicht nur die Bildsäulen und Altäre der Götter, sowie die Gpfertiere, welche man ihnen darbrachte, bekränzt (vgl. Ap. G. vt«;z), sondern auch die Priester derselben irugen Kränze auf dem Haupt. Die letzteren bestanden in der Regel aus dem Laube solcher Bäume, welche den betreffenden Got'heiten geweibt waren. Die Priester Jupiters schmückten sich mit einem Eichen-, diejenigen Apollos mit „einem Lorbeer-, die Venuspriester mit einem Myrten-, die Eerespriester mit einem Ährenkranz. Indem die Kriegs? echte des Pilatus dem Knechte Jehovahs, unserm Erlöser, eine Dornenkrone aufs Haupt setzten, gaben sie ih,n unwissentlich ein Abzeichen seiner Priesterwürde, wenn von einem Gewächs der Erde gesagt werdeu kann, daß es dem wahren Gotte geheiligt sei, so ist dies der Dornstrauch. Jener Busch, von dem 2. Mose 3, 2 ff. erzählt wird, war nach dem Grundtext ein Dornstrauch. Gott ließ in demselben das Feuer brennen, welches doch nicht verbrannte, ließ aus demselben die Stimme erschallen, die einen gewaltigen Umschwung im Leben Moses wie in den Verhältnissen seines in Egypten gefangenen Volkes bewirkte. Auch im Segen Moses, 5. Mose 33, *6, wird des Gottes gedacht, der im Dornstrauch wohnte und ihn zu seinem Offenbarungswerkzeug machte. So paßte denn für unfern gottmenschlichen Hohenpriester kein Kranz besser als der vom rohen Spott ihm gereichte Dornenkranz. Ire SitoahinschrifL in Jerusalem. Vor mehr als einem Jahrzehnt (*880) machte ein Knabe in der heiligen Stadt den Baurat Schick daselbst auf eine Inschrift aufmerksam, welche er beim Baden im Siloahkanal entdeckt hatte. Der kostbare Fund wurde nähcr untersucht. Die Inschrift besagt, daß die Steinhauer von beiden Seiten den Durchstich ansingen und in der Mitte so nahe zusammentrafen, daß sie sich hören und durch CZuerstich das Fehlende ergänzen konnten. Line Zeitangabe fehlt. Auch ein Königsname ist nicht vorhanden. Ein assyrischer oder egyptischer Fürst hätte seinen Rainen bei solcher Gelegenheit verewigt: der jüdische König, der den Siloahkanal erbaute und damit die jetzige Marienquelle nach der westlichen Seite des Hügels hinüberleitete, unterließ dies, wegen 2. Könige 20, 20 hält man Hiskia für den Erbauer. Doch

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