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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 4 (1892) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
4 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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..29 . im Norden Akka, das biblische Akko, auch ptolema'is oder 5t. Jean d'Acre genannt, erhebt. Au Lande erreicht man diese Stadt von Haifa aus in 3 Stunden. Der gerade Weg von Nazareth nach Akka beansprucht 7 Stunden und berührt Sefurije, d. i. Sepphoris, den ehemaligen Sitz des Synedriums, später eines Bistums. Zur Linken des Beschauers dehnt sich die ziemlich geradlienige Küste der Saronebene aus. hier liegt, 5 Stunden vom Karmel entfernt, bei Tantüra die von Baron Rothschild gegründete jüd. Kolonie Samarin oder Sichron Jakob, noch weiter nach Süden Kaisanje oder Eäsarea, der Schauplatz so mancher Ereignisse, deren die Apostelgeschichte gedenkt, der Sitz jener Bibelgesellschaft, welche der Presbyter Pamphilus daselbst im 3. Jahrhundert leitete. Der Karmel selbst, der nicht nur mit Lorbeer-, Öl-, Mandel-, Wallnußbäumen und Pinien, sondern auch mit Eichen bedeckt ist, ruft die Erinnerungen an den Propheten Elia wach, hier brachte derselbe vor einem abgefallenen Volk den Glauben an den einigen, wahren Gott zu Ehren Kört. \8). Xiadf ihm trägt dieser bis zu 570 m ansteigende Berg auf arabisch den Namen: Dschebel Klär Eliüs. Ihm ist auch die große Kirche des Klosters geweiht. In der unter ihrem Hauptaltar befindlichen höhle soll der Prophet gewohnt haben. Während ich in einem hospizzimmer des Hauptgebäudes die Limonade genoß, mit welcher die Karmeliter ihre Gäste bewirten, erschienen die drei Italiener, mit denen ich vom Bache Kison nach Haifa geritten war. Einer von ihnen war ein hochgestellter päpstlicher Geistlicher aus Rom. Ihm wurde natürlich besondere Aufmerksamkeit zu teil. Aber auch der deutsche Ketzer erfuhr große Freundlichkeit. Der Superior begleitete uns selbst bei einem Gang durch das Kloster. Um mir Gelegenheit zu geben, in meiner Muttersprache zu reden, berief er dann noch zu meiner besonderen Führung einen aus Bayern stammenden Mönch, der hier schon ein Jahrzehnt lang in seiner Weise Gott diente. Vor meinem Scheiden kaufte ich mir ein Fläschchen des Lebenselexires, welches die Klosterbrüder aus Honig bereiten. Mit andern Andenken an den Karmel versorgte ich mich beim hinabreiten nach Haifa. Außer einem Strauß weißer Blumen nahm ich etwas Erde mit. Vor dem Hotel Karmel in der deutschen Kolonie entließ ich meinen Mukari. Von seinem Jerusalemer Berufsgenossen unterschied sich dieser arabische Roßknecht durch größere Offenheit, was damit zusammenhing, daß er auch italienisch redete. In der Kunst, ungangbare Wege als gangbare zu behandeln, leisteten alle beide Staunenswertes. Eine Überraschung wartete meiner auch am Abend dieses Tages wie am \5. März in Nazareth, aber eine angenehme. An der Wirtstafel traf ich mit zwei Deutschen aus Jaffa zusammen, welche der dortigen deutsch-evangelischen Gemeinde angehören. Sie luden mich ein, sie zu einer Versammlung von Männern zu begleiten, die sich \878 von der haifaer Templersekte losgesagt und \886 unter den preußischen Oberkirchenrat gestellt haben. In diesem Kreise von Geistesverwandten verlebte ich einige schöne Stunden. Es war mir hier zu Mute, als befände ich mich in einem Haufe des Gäus oder des Schwarzwaldes. Die unverfälschte schwäbische Mundart heimelte mich ungemein an. Von Zeit

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