Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 3 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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2\ zurück. JDir nahmen zum zweiten Mal Abschied und befahlen uns gegenseitig dem Hüter Israels. In wenigen Minuten holte mein mutiges Roß die Gesellschaft, die einen ansehnlichen Vorsprung gewonnen hatte, wieder ein. sobald wir die zur höhe hinaufführende gute Straße hinter uns hatten, verbot sich das Galoppieren von selbst. Wir ritten in der Regel im Schritt hinter einander. Dr. C. war der leitende Pfadfinder. Natürlich hatte er sich auch diesmal mit seiner Jagdflinte versehen. Nachdem wir den letzten Blick auf den glänzenden Spiegel des Galiläifchen Meeres geworfen hatten, umzogen wir in großen Windungen den 362 m hohen Karn hattin. Ob der Erlöser auf demselben wirklich, wie seit den Kreuzzügen behauptet wird, die Bergpredigt gehalten hat, steht dahin. Am 3. und H. Juli W7 war dieser Berg der Zeuge eines Sieges, den Sultan Saladin über ein Kreuzfahrerheer erfocht, und durch welchen er die dauernde Herrschaft des Halbmondes im heil. Lande gegenüber dem Kreuz sicherte. In der Nähe des Dorfes Lubije folgten wir dem Beispiel europäischer Reisender, die sich neben der Straße gelagert hatten und ihr Frühstück einnahmen. Später kamen wir an die Stelle, wo die von Kapernaum heraufführende Straße in die unserige einlief. Wir gedachten hier daran, daß der Heiland bei seiner Übersiedlung von Nazareth nach Kapernaum diesen Weg zurückgelegt hat. Durch die Ebene El-Battauf, die sich nordwärts von uns ausdehnte, mag jene Menge aus der Gegend von Tyrus und Sidon, deren Mark. 3, 8 gedacht wird, zu Jesu geströmt sein. Im Nordwesten von uns, bei dem Dorfe Schefa Omar, lag die jüdische Kolonie El-Bukaiah. Man vermutet, daß die 20 Familien, die hier wohnen und für die Drusen das Land bebauen, ein Überrest der ehemaligen Bevölkerung sind. Sie sprechen nur arabisch und hebräisch und haben mit andern Juden keinen Zusammenhang. Sie werden als sehr unwissende, stumpfsinnige Leute geschildert. Die englische Iudenmission versuchte bereits mehrfach, sie auf eine höhere Stufe des geistlichen Lebens zu erheben. Missionare derGesellschaft durften in ihrerSynagoge predigen. Aber Empfänglichkeit für das Evangelium war nicht vorhanden. In Kefr Kenna, welches vermuthlich mit dem alten Kana in Galiläa gleichbedeutend ist, tranken wir aus der außerhalb des Dorfes entspringenden Quelle. Zwei Mädchen holten das Wasser mit ihrem Kruge aus der Tiefe. Im Dorf wird die Quelle in einen steinernen Sarkophag geleitet und hier für Menschen und Tiere in Gebrauch genommen. Wenn die Ioh. 2 berichtete Hochzeitsgeschichte sich hier zutrug, wurde aus ihr das Wasser geschöpft, welches Jesus in Wein verwandelte. In der griechischen Kirche von Kefr Kenna werden große steinerne Krüge gezeigt, von denen man behauptet, daß sie bei jener Feier von den Dienern gebraucht worden seien. Falls Kana an dieser Stätte lag, sah die letztere auch die Begegnung zwischen Jesu und dem in Kapernaum ansässigen Beamten des herodes, den die Sorge um seinen totkranken Sohn hierher getrieben hatte, und der die ihm hier auferlegte Glaubensprobe bestand (Ioh. % %6 ff.).