Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 3 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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20; 1 s des Merodes, so fand das Evangelium später im Aaiserschloß zu Rom bei einzelnen Empfänglichkeit und freudige Aufnahme. Und so wird es bis ans Ende der Tage seine doppelte Wirksamkeit, eine abstoßende und eine anziehende, entfalten (Luk. 2, 54). Nicht weit vom Schloßberge liegt Nasr-Eddin (— Sieg der Religion), wahrscheinlich der Ort, den Zosephus befestigte, und von dem aus er Tiberias beobachtete. Als Vefpasian gegen diese Stadt vorrückte, öffneten ihm die Bewohner derselben die Thore. Auch bei der Rückkehr in die Stadt that mir die Stille wohl, die überall herrschte. Die jüdische Bevölkerung hält hier das Sabbathgebot noch in Ehren. Möchte nur auch der Davidssohn, der die Vollendung des alten Bundes gebracht hat und des Gesetzes Ende ist (Röm. 10, 4), das Herz Judas neigen, daß es ihn, den in unseliger Verblendung Verstoßenen, einlädt: „Komm’ wieder, Du und alle Deine Anechte l" (2. 5am. (9, 14.) XIX. Won Fiverias nach Wazareth. Es waren höchst genußreiche Tage, die ich bei meinen Freunden in Tiberias zubringen durfte. Auch des häuslichen Beisammenseins erinnere ich mich gerne. Die gemeinsame Beschäftigung mit dem göttlichen Wort erbaute, die Pflege edler Musik erfreute uns, wenn wir das eine Mal in der Wohnung des Missionsgeistlichen, ein ander Mal in derjenigen des Missionsarztes die Abendstunden verlebten. Und welche eigenartige Empfindungen erfaßten die Seele, wenn man dann aus den erleuchteten Räumen in die Nacht hinaustrat, um dem Gemurmel der Wellen zu lauschen oder nach den Lichtern auszuspähen, die von der Niederlassung bei Tabijah oder von einem einsamen Beduinenzelt bei Gamala über den dunkeln See herüberflimmerten! Ommer wieder regte sich der Wunsch: Ach, daß doch noch jetzt dort drüben in Aapernaum das Haus stände, in welchem Jesus wohnte, in welchem er auch die Abendzeit zu einer Segenszeit machte (Matth. 8, (6 f.)I Am J4- März schlug für mich die Trennungsstunde. Vormittags nach (( Uhr, nach der Rückkehr vom Goldenen Haufe, sammelte sich die aus einer Missionslehrerin, dem Arzt und mir bestehende Reisegesellschaft. Zwei eingeborene Diener, von denen der eine die Sorge für mein Gepäck übernahm, folgten uns. Es lag von vornherein nicht in meiner Absicht, Damaskus zu besuchen, obwohl die Ausdehnung der Reife bis dorthin sich reich belohnt gemacht hätte. Jedenfalls wäre es in jenen Märztagen ein äußerst beschwerliches und gefährliches Unternehmen gewesen. So erzählte man mir, daß erst kurz vorher im Wadi El-Ammid ein Jude ertrunken sei, als er es auf seinem Maultier durchreiten wollte. Allerdings blieben mir auch auf dem von mir gewählten Reisewege, der über Nazareth nach Haifa führte, allerlei Mühseligkeiten nicht erspart. Der gute G. ließ es sich nicht nehmen, neben den Pferden hinlaufend uns eine Strecke weit das Geleit zu geben. Als wir uns dann getrennt hatten, zogen mich feine traurigen Augen noch einmal