Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 3 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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mente forschen, um Christum kennen zu lernen? Wahrhaftig! Wer ihn kennt, muß ihn lieben, wer ihn liebt, muß ihn verehren, wer ihn verehrt, muß ihm huldigen, und wer ihm huldigt, begreift, wenn er (Ioh. *0, 50) sagt: „Ich und der Vater sind Lins."" Wohl muß einem Christen, der den Ausführungen des Verfassers folgt, dies und jenes (z. B. 5. 2% Z. -6) befremdlich Vorkommen. Aber niemand kann leugnen, daß wir es in L.'s „Judentum und Christentum" mit einer hochbedeutsamen Erscheinung zu thun haben. Gott wolle diesen Missionar im Rabbinerkleide immer reichlicher mit Seinem Geiste salben! Je mehr sein Zeugnis sich mit der neutestamentlichen Lehre decken wird, desto mehr wird es dem gesunkenen Judentum als Rettungsanker dienen. Jm Lande Immanuels. (Fortsetzung.) XVIII. Das Goldene Kaus des Kerodes. Der letzte Ausflug, den ich von Tiberias aus unternahm, führte auf den südwestlich von der Stadt sich erhebenden Berg, auf dem einst ein Palast von Merodes Antipas, dem Erbauer von Tiberias, stand. In der Frühe des März wanderle ich unter der Führung meiner beiden Hausgenossen durch die infolge der jüdischen Sabbathfeier fast ganz verödeten Straßen. Außerhalb der Stadt begann bald der Aufstieg. Obwohl die Sonne bereits kräftige Strahlen herabsandte, war der mit Gras bewachsene Boden noch mit dem Naß des nächtlichen Taues bedeckt. Nach einer halben Stunde gelangten wir auf den Bergrücken und konnten uns nun eine Vorstellung von der Lage des zerstörten Schlosses machen. Eine Mauer ist noch erhalten. Auch erkennt man deutlich die Spuren eines Bades und einer Eisterne. Wie in Tarichäa fanden meine Freunde bei ihren Nachforschungen in dem wild wachsenden Gestrüpp Sternchen, die einem Mosaikfußboden angehört, oder als römische Würfel (tesserae) gedient zu haben schienen, und anderes mehr. Ich bereicherte meine Blumensammlung und träumte mich in die Vergangenheit zurück. Schwerlich hielt der Landesherr Jesu es für möglich, daß der Mann, welcher damals im Südosten seiner schönen Residenz aufgetreten war, ein größeres Reich ins Leben rufen könne, als das seinige je gewesen war. Wie Luk. 23, 8 f. zeigt, interessierte er sich für den Wnnderthäter, dessen Ruf auch zu ihm gedrungen war. Aber nur Neugierde, nicht Heilsbegierde erfüllte ihn. Auch die Königin herodias und ihre leichtfertige Tochter verkannten den größten Sohn Israels. Dennoch schlug auch hier wenigstens Ein Herz in treuer Liebe und warmer Begeisterung für denselben. Johanna, die Gemahlin Ehusas, des Palastvorstehers, war nach Luk. 8, 5 eine Iüngerin des Heilandes. Sie begehrte und erhielt Einlaß in das goldene Haus, welches dieser erbaute. Etwa 20 Jahre später finden wir einen Milchbruder des herodes, Manahen, unter den Propheten und Lehrern in Antiochien am Orontes, Ap.-G. \5, Wie am^Aönigshof