Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 48 (1892)
- Issue
- 2 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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.*3_.. Tag des paffafestes ist (3. Mose 23, (5), so mußte dieser ebenfalls ein Sabbat sein, wenn jener mit dem Sabbat zusammenfiel. Mithin folgt auch aus Ehag. II, % daß der (5. Nisan ein Freitag sein konnte. Besonders erwünscht war es mir auch, daß ich in der Missionsbücherei Belehrung über manche Fragen der Ortskunde Palästinas erlangte, welche die Reife dem Pilger aufdrängt. Neuere wie ältere Merke halfen sie beantworten. So las ich am ((. März, an^welchem wir einen Ausflug nach Tarichäa unternehmen wollten, im Jüdischen .Krieg des Jofephus (III, (0) nach, was dieser von der Eroberung der genannten Stadt durch Titus erzählt. An jenem Tage verhinderte ein Gewitter den Ritt dorthin. Nach demselben stand ein prachtvoller, doppelter Regenbogen über dem See. Erst am,13. März kam es zur Ausführung des Reiseplanes, jedoch mit der Änderung, daß wir uns nicht von Rossen, sondern von dem Missionsboot an das Südende des Galiläischen Meeres tragen ließen. Dieselben Leute, die uns am vorhergehenden Tage gedient hatten, fanden sich auch diesmal vormittags am gewohnten Orte ein. Dagegen bestand die Zahl der Reisenden am (3. März nur aus 3 Personen, da unser ärztlicher Freund zurückgehalten wurde. Mir sahen zunächst die dem Meere zugekehrte Seite der Stadt Tiberias. Früher muß sich dieselbe weiter nach Süden ausgedehnt haben. Das beweisen die zerfallenen Bauwerke außerhalb des Thores. Jetzt liegt zwischen den Stadtmauern und den Gebäuden, in denen die heißen Quellen des Bades von Kranken und Gesunden gebraucht werden, ein beträchtlicher Zwischenraum. Nach jüdischer Überlieferung war ja, wie wir schon hörten, vor Zeiten das ganze Palästina größer als jetzt. Ehe Jerusalem zerstört wurde, hatte das Land einen Flächenraum von 225 Millionen römische (Juadratmeilen. Nach jenem Ereignis schrumpfte es zusammen. Nach p/r ständiger Fahrt rückten die Ufer, von denen das Tiberias gegenüberliegende als das Land der Gergesener oder (nach ungenauer Schreibung) Gerasener (Matth. 8, 28) angesehen wird, näher zusammen. Am östlichen Südende des Galiläischen Meeres liegen zwei unbedeutende Dörfer. Das eine trägt den Namen Samach. Mir stiegen am westlichen Ufer aus, um die Landzunge zu untersuchen, welche von dem See und dem aus ihm siießenden Jordan eingeschlossen wird. An dieser Stelle erhob sich die Stadt Tarichäa, die Josephus stark befestigte, aber sein großer Gegner, der römische Feldherr Titus, nach furchtbarem Butvergießen einnahm. Die Ortslage inuß für die Verteidigung sehr günstig gewesen sein. Vielleicht besaß Tarichäa im Mesten einen künstlichen Masserlauf und war also ganz vom Wasser umgeben. Jetzt ist alles von dichtem Gestrüpp bedeckt, welches das Durchstreifen dieser Gegend einigermaßen erschwert. Auch plagten uns ganze Schwärme von Mücken. Ich begnügte mich damit, eine Anzahl der am Ufer liegenden hübschen Schneckenhäuser als Andenken mitzunehmen und fuhr dann mit dem Boot bis dicht an den Ausfluß des Jordans, wo ich noch einmal ans Land ging. Am Fluß fand ich eine einsame Fischerhütte, und auch einige Mensche» wurden sichtbar. Ein sumpffreier Platz,