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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 2 (1892) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
2 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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\2 dem Pförtner und König des Himmelreichs! £>, hätten meine Augen Dich, Herr Jesu, hier geschaut, meine Öhren hier Deinen Lebensworten gelauscht! Hätten hier meine Kniee vor Dir sich beugen und meine Lippen jauchzen dürfen: „Rabbuni! Mein Meister!" Vom Grabe Nahums wandten wir uns, nachdem ich die Linien der Berge und des Wassers schnell zu Papier gebracht hatte, wieder den Ruinen zu, zwischen denen die für Menschen und Vieh bestimmten Hütten der Gingeborenen stehen. Thorazin, welches % Stunden nordwärts liegt (Hieronymus giebt die Entfernung aus zwei römische Meilen an), konnte nicht mehr ausgesucht werden. Auch dort findet nran, der Vorausverkündigung des Heilandes (Matth. ff, 20 ff.) entsprechend, nichts als Trümmer entschwundener Größe. Auf dem Teil Hüm östlich gegenüberliegenden Ufer des Seees giebt es eine Art Vorratshaus für die durchziehenden Karawanen. Als die Bootsleute uns wieder nach Tabijah gebracht hatten, erfuhren auch wir die Gastfreundschaft der dortigen Ansiedler. Der vorhin erwähnte geistliche Herr berichtete recht anziehend von seinen Erlebnissen. Hinter der neuen Niederlassung liegt eine muhammedanische Wasserleitung. Auf dem letzten Teil der Heimfahrt blieben wir diesmal mehr in der Nähe des Landes als am Vormittag. Dr. T. lag wieder dem Maidmannsvergnügen ob. Als die letzte Patrone verschossen war, ließen wir einen geistlichen Gesang über die stille Flut dahinziehen. Gar feierlich klang es an dem schönen Abend, als meine schottischen Freunde das Lieblingslied Kaiser Friedrichs III. anstimmten: „Jesu, lover of my soul.“ Der Neumond stand am Himmel, als wir in Tiberias ankamen. Einer der Ruderknechte trug uns auf seinen Schultern vom Schiff aufs Ufer. XVII. Tarichaa. Die Freigebigkeit der schottischen Freikirche hat ihren Missionsarbeitern in Tiberias, aber auch den sie besuchenden Reisenden eine wertvolle Bibliothek zur Verfügung gestellt. Eine große Freude war es mir, in derselben das letzte Glied in der Kette der Beweise für die Glaubwürdigkeit einer gewissen neutestamentlichen Zeitbestimmung zu entdecken. Gegenwärtig fällt der (5. Tag des jüdischen Monats Nisan, der erste Tag des Paffafestes, nie auf einen Montag, Mittwoch und Freitag. Hieraus hat man eine Waffe gegen den Bericht der Evangelien geschmiedet, demzufolge im Todesjahr Jesu der (5. Nisan ein Freitag war. Nun fand ich in der Heimat des palästinischen Talmud unzweideutige talmudische Bezeugungen der Thatsache, daß jene Ordnung des jüdischen Kalenders (ro -ch) zur Zeit Jesu noch nicht bestand. Nach der Mischna, pesachim VII, (0, wurden die Überreste des Osterlammes ain (6. Nisan verbrannt. Fiel aber dieser Tag auf einen Sabbat, so geschah die Verbrennung am (7. Hieraus ist deutlich zu ersehen, daß der (5. an einem Freitag gefeiert werden konnte. Nach einer andern Stelle der Mischna, Thagiga II, % konnte Pfingsten auf einen Sabbat fallen. Da Pfingsten der 50. Tag nach dem zweiten

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