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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 2 (1892) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
2 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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u diesen erhoben sich je 7 auf jeder Seite. Der Stein, aus den: das Gebäude erbaut wurde, ist Dolomitkalk, eine Marmorart, aber härter als der eigentliche Marmor. Derselbe Stein kommt bei uns in der Grafschaft Glatz (bei Habelschwert) häufig vor. Auf den Trümmern, unter denen sich ein schönes korinthisches Säulenkapitäl befand, sah ich allerlei Bildwerk. Das eine Stück, das vermutlich einen Teil des Portals bildete, schmückte ein Mannakrug, der rechts und links Leuchter neben sich hatte, ein anderes eine Meintraube und der in einem Areise liegende Schild Davids. Um diesen Areis, innerhalb dessen noch fünf kleinere Areise angebracht sind, läuft ein Palm-, oder, wie der arabische Führer meinte, ein Bananenzweig. Auf einem weiteren Stein ist neben Zweigen ein auf Rädern stehender Tempel abgebildet. Auf zwei Steinen entdeckten wir Rosen mit Blättern. Ich muß bekennen, daß mir nach der genauen Untersuchung der Örtlichkeit vieles „für die Annahme zu sprechen schien, nach welchne hier noch die Überreste der Luk. 7, 5 erwähnten, von dem edler Tenturio von Aapernaum erbauten Synagoge vorhanden sind. Jenen Mannakrug hatte Jesus wohl vor Augen, als er sich hier mit vielen Besuchern des Gotteshauses über das vom Fimmel gekommene Brot unterredete (Ioh. 6, 58 f.). Und das Haus, welche s, wie man noch jetzt erkennen kann, nördlich an die Synagoge anstieß, war vielleicht dasjenige des Vorstehers derselben, des Iairus, dessen Töchterlein der Herr dem Rachen des Todes entriß (Matth. 9, \8 ff.). An die christliche Airche zu denken, welche der Iudenchrist Iosephus von Tiberias nach dem Bericht des Epiphanias (adv. Haeres. I, U) i. I. 320 unserer Zeitrechnung hier erbaute, verbietet der erwähnte bildliche Schmuck, namentlich der ausschließlich jüdische Schild Davids, hoffentlich liefert die weitere Durchforschung dieser Trümmerwelt noch manche wichtige Ergebnisse. U)ie ich hörte, hat. ein Mann in Safed den Grund und Boden kürzlich erworben, um Landleute hierherzubringen und die wüste in ein Ackerfeld zu verwandeln. Möchten die so wertvollen Altertümer dabei nur die nötige Schonung erfahren! Im Norden dieses geweihten Bezirkes, der mit einer neuen Mauer umzogen ist, liegt das angebliche Grab Nahums, des Propheten. Auch diesem wurde ein Besuch abgestattet. Meine Freunde stiegen in das Innere der höhle hinunter, während ich, von tiefer Sabbatsstille umfangen, mich an dem Anblick weidete, der mir hier geboten wurde. Wie herrlich muß sich im Rahmen dieses Landschaftsbildes der glänzend weiße, hohe Tempel ausgenommen, wie prächtig muß er sich von dem Hintergrund des blauen Meeres abgehoben haben! Aber das Schönste, was man hier je sehen konnte, war die lebendige Behausung des Allerhöchsten, Jesus, der Bethlehemit und Nazarener, der auch Aapernaum würdigte, ihn in seine Mauern aufzunehmen. Welch' ein unnennbares Glück wurde denen zu teil, die auf und zwischen diesen Bergen, auf und an diesem Wasser mit Ihm zusammen waren, dem Prediger der Wahrheit und Gerechtigkeit, dem Arzt der leiblich und geistlich Aranken, dem Erfüller des Gesetzes und der Weissagung, dem Entsiegler aller Geheimnisse,

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