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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 2 (1892) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
2 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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\0 Außer etlichen Beduinen- und Zigeunerhütten und den Trümmern eines Turmes (Migdal, daher Magdala) bemerkt man in der Heimat der Maria Magdalena vor allem eine einzige, hohe Palme: ein Denkmal der Treue, mit welcher jene Iüngerin ihrem Meister diente. Westlich von Magdala liegt auf einem Berge die Räuberhöhle Arbela, die aus der Geschichte des ersten Merodes bekannt ist. Im nordwestlichen Hintergründe, jenseits der Ebene Genezareth, sahen wir die schöngeformten Berge von Naphthali ansteigen und auf einer ihrer Kuppen einen Teil von Safed, das sog. Schloß. Vermutlich hatte Jesus diese weithin sichtbare Bergstadt im Auge, als er die Worte Matth. 5, y* sprach. Nach \l/2 ständiger Fahrt landeten wir in Tabijah, das von manchen Forschern, z. B. von dem Amerikaner Robinson, für das Bethfaida des Neuen Testamentes gehalten wird, während dieser Ort wahrscheinlich in dem weiter nach Westen, beim Vorgebirge Tell Lhanasir liegenden Khun Minijeh zu suchen ist. Deutsche Katholiken richten hier im Aufträge des Palästinavereins eine Kolonie ein. An ihrer Spitze steht ein katholischer Geistlicher, der schon \7 Jahre lang im heiligen Lande lebt und für derartige Unternehmungen mit ungewöhnlicher Thatkraft und Einsicht ausgerüstet ist. (Von dem eben genannten Verein, welcher die Kolonisation des heil. Landes bezweckt, unterscheidet sich der Kölner Verein zum heil. Grabe. Dieser unterstützt das katholische Kirchenwesen in Palästina.) Die reformierten Schotten und die katholischen Deutschen kannten sich bereits, und der Arzt stieg daher aus, um hier einen Besuch zu machen. Wir andern fuhren weiter, jetzt in östlicher Richtung. Unser Ziel war Tell £)um oder Kapernaum. Am Ufer standen auch hier Fischer und warfen ihre Netze aus. Einige gingen dabei ganz ins Wasser hinein. Von mehreren alten Wassermühlen ist eine noch in Betrieb. Nicht weit von Tabijah fließen fünf heiße Quellen in den See, von denen die heißeste etwa 0 Reaumur erreicht. Das buchtenreiche Gestade dient zur Erläuterung der neutestamentlichen Erzählung, der zufolge der Erlöser von einem Kahn aus zu der am Lande stehenden Zuhörermenge reden konnte. Einer von uns las im Weiterfahren jenen Bericht, den Anfang von Matth. \3, vor. Gerade das Bild des Säemanns wurde Jesu nahegelegt, wenn er vom Schiffe aus seine Blicke über die Acker am Ufer schweifen ließ und bemerkte, wie sie von den Bauern bestellt wurden. In Tell f)üm, wohin uns die Ruderer in einer halben Stunde brachten, verließen nun auch wir das Fahrzeug, um hier den Boden zu betreten, den unser Heiland längere Zeit bewohnt hat. Ein großartiges, durch starken Pflanzenwuchs halb verdecktes Trümmerfeld erstreckt sich landeinwärts. In Begleitung eines der Beduinen, die jetzt auf diesem Fleck Erde Hausen, und bei denen ich einen Dreschschlitten, das Tribulum der Römer, sah, durchwanderten wir den Platz nach verschiedenen Seiten. Deutlich erkennbar ist der Grundriß eines prächtigen Tempels, dessen Dach auf Säulen ruhte. Von

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