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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 1 (1892) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
1 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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6 eine kleine Allampe an, die er am Grabe aufstellt. Nicht weniger besucht wird das Grab Rabbi Akibas, der angeblich seine 2^000 Schüler in einer nahe liegenden höhle um sich sammelte. Die Erklärung dafür, daß diese höhle jetzt nur wenige Menschen faßt, wird darin gefunden, daß sie wie das ganze heilige Land nach dem Eintritt des göttlichen Strafgerichts zusammenschrumpfte. Für das Grab Rabbi Akibas find die Hauptwallfahrtszeiten der jüdische Monat Eiul (der 6. Monat) und der 33. Tag zwischen Ostern und Pfingsten. Man liest hier vorzugsweise das Soharbuch. Auch jüdische Frauen, deren religiöser Pflichtenkreis sonst beschränkt ist, beten an diesen Gräbern. Sie können heftiger weinen als die Männer. Wenn sie weinen, werden die Thore des Gebetes geöffnet. Ein starker Regenguß unterbrach am (0. März meine erste Wanderung zwischen den Gräbern von Tiberias. An demjenigen des Rabbi Thia fanden wir nur geringen Schutz gegen die uns zugedachte Abwaschung. Wir eilten daher ins Missionshaus zurück, wobei wir unfern Weg durch das mit einer alten Aanone ausgerüstete, zerfallene Schloß Tankreds nahmen, durch dessen Fensteröffnungen der Wind schrecklich heulte. Am (3. März besuchte ich zwei Gräber, die unweit der heißen, salzigen Quellen von Tiberias liegen. Den Verkehr zwischen der Stadt und dem Bade vermittelt ein Omnibus. Doch hörte ich von diesem Wagen behaupten, er fahre immer nur zwei Wochen lang und sei dann drei Wochen lang zerbrochen, In Haifa muß er allemal wieder hergestellt werden. Das Grab, dem ich zuerst meine Aufmerksamkeit schenkte, war das des Rabbi Meir. Ich habe früher schon gemeldet, welche Bedeutung dasselbe beim „Aalikken" hat. Es befindet sich innerhalb einer Synagoge, auf deren Dach man umherwandeln und die schöne Natur genießen kann. Neben der Synagoge liegen Däuser für die Diener derselben und für Kranke, welche die heißen Wasser benützen. Auf den Säulen des Synagogenplatzes werden am Feste des genannten heiligen, welches zwischen Ostern und Pfingsten fällt, Tücher verbrannt. Auch finden auf diesem Platz die Tänze zu Ehren des Rabbis statt. Das zweite Grab, welches ich hier besuchte, war dasjenige eines Ieremia. Viele Juden halten diesen Namen für den des in Egypten gestorbenen großen Propheten, um welchen sich ja ein bunter Sagenkranz geschlungen hat (vgl. 2. Makk. 2 u. (5). In der Vertiefung findet man drei in den Felsen gehauene Grabkammern. Südlich von Tiberias liegt auch ein berühmtes muhammedanisches Grab: dasjenige der Schwester Muhammeds, Sith Iskenil Die Gläubigen erzählen, sie fei vor einigen Jahren dem Gouverneur von Beirut erschienen, um sich darüber zu beklagen, daß über ihrer Ruhestätte noch kein Heiligtum errichtet worden sei. Jetzt sieht man an derselben ein weithin leuchtendes Gebäude. (Fortsetzung folgt.)

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