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Dibre Emeth · 1892-01-01 · 1 (1892) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
48 (1892)
Issue
1 (1892)
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 statt, in welcher man das sog. zweite passa (das Nachpassa) feiert (H. Mose 9, tl ff-) In Meiron, wo auch und Schamai begraben sein sollen, fällt die Feier auf den 33. Tag nach Ostern, das Fest Simeons. Den vorhin angegebenen Zeitpunkt im Leben des Rnaben scheint man nicht immer festzuhalten. Wenigstens erzählte mir G. von einem jüdischen Manne in Tiberias, der seinen bereits 5jährigen Sohn zum Ralikken auf der Schulter nach Safed und dann wieder zurückgetragen, sich aber hierbei einen inneren Schaden zugezogen habe, an dem er nicht lange hernach gestorben sei. Auch unter den Muhammedanern von Tiberias, deren es unter 6000 Einwohnern neben 300 Thristen und 5200 Juden 500 giebt, herrscht tiefe Finsternis. Als am (3. März der Ruf zum Gebet beim Sonnenuntergang vom Minaret der Moschee zu mir herüberklang, trat mir ihre geistliche Bedürftigkeit wieder lebhaft vor die Seele. Jener Brauch hat hier auch die Juden beeinflußt, indem sie an jedem Freitag von Sen Dächern der Synagogen zum Gottesdienst einladen. Oder sollte das Abhängigkeitsverhältnis vielmehr umgekehrt sein und das öffentliche Ausrufen der Andacht wie manche andere Eigentümlichkeit des Islam aus dem Judentum herrühren? XV. An den Graver« von Ziverias. Die alte Stadt am Galiläischen Meere wird von zahlreichen Begräbnisstätten eingeschlossen, von denen manche als Wallfahrtsorte von Juden und Muhammedanern besucht werden. Auch christliche Reisende lassen diese Gräberwelt wohl selten unberücksichtigt. Außerhalb des Hauptthores zeigten mir meine Freunde den ohne Einfriedigung gelassenen christlichen Gottesacker. Hier liegt ein (890 im See ertrunkener, junger, eingeborener Arzt begraben, dicht daneben eine H5 jährige Engländerin, die 1(888 freiwillig den Tod im Meer suchte und fand. 5ie war in Rom voin Protestantismus zum Ratholizismus übergetreten und dann über Jerusalem hierher gereist. Nach einer von ihr hinterlassenen Bleistiftaufzeichnung glaubte sie in den letzten drei Jahren ihres Lebens Gott gedient zu haben und ihm wohlzugefallen, indem sie zu ihm ging. Es scheint, daß die Unglückliche geistig gestört war. Auf ihrem Grabstein sieht man ein Rreuz mit der englischen Inschrift: „Bis der Tag anbricht." Als ich mich nach der Bedeutung der auf dem Grabe des Arztes liegenden großen Steine erkundigte, hieß es, sie feien dazu da, die Schakale abzuhalten. Nicht weit von dem erwähnten Stadtthor befinden sich auch einige jüdische Gräber, z. B. das des Risch Lakisch und das des Rabbi Jochanan Ben Sakkai. Über dem letzteren erhebt sich ein unvollendet gebliebenes Haus. Auch das Grab des Rambam (Moses Maimonides) ist in der Nähe. Nach jüdischer Sage trug ein Ramel die Leiche des berühmten Weisen von Rairo seinem Befehl gemäß nach Palästina. Als das Tier bei Tiberias stehen blieb, erkannte man daraus, daß der Tote hier beigesetzt werden sollte. Namentlich am letzten Tage jedes Monats pilgern viele Juden hierher, um zu beten und den Toten um seine Fürbitte anzuflehen. Der Beter zündet dann

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