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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 11 (1891) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
11 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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85 Einmal gesellte sich zu uns ein junges Ehepaar. Der das Reittier der Frau lenkende Gemahl bemühte sich, seiner Gattin die Beschwerden der Reise zu erleichtern. Wenn sie beim Lmporklimmen über Felsblöcke ängstlich aufschrie, beruhigte und stützte er sie. sobald ich in ihre Nähe kam, zog sie allemal ihren Schleier vors Gesicht und verstummte, während ihr Mündchen sonst unbefangen plauderte. An und auf den Höhen, über die wir zogen, sah man Äcker, Obstgärten und hin und wieder Dörfer der Fellachen. Unter einem Glbaum wurde in der Mittagszeit gerastet und gespeist. Lin türkischer Offizier und sein Diener ritten hier an uns vorbei. Sie kamen uns später noch einmal zu Gesicht und tauschten mit uns Grüße aus. Für die Ätzung, die ich meinem Mukari wieder gewährte, erzeigte er sich in dem nächsten./Dorf, das wir berührten, dankbar. Als mehrere Rinder die Geschichte 2. Rön. 2, 23 mit einigen Veränderungen aufführten und den durchreisenden Fremdling ein wenig Verhöhnten, verwies er ihnen dies mit strenger Rede. Vielleicht hätte ich auch in einem deutschen Dorf als Zielscheibe für den Spott der Jugend gedient, da mein Aussehen wohl etwas abenteuerlich war. Namentlich hatte mein Hut nach einem unfreiwilligen Bade ziemlich feine Fassung verloren. Line weitere biblische Erzählung, 2. Sam. \8, 9, kam mir in den Sinn, als wir hinter Rabatije, wo der Regen der letzten Wochen einen großen Landsee gebildet hatte, durch einen Olivenhain ritten. Dank der göttlichen Bewahrung und^ der Folgsamkeit meines Rosses entging ich hier dem Lose Absaloms, an einem tiefgehenden Aste hängen zu bleiben. Das edle Tier gehorchte im entscheidenden Augenblick dem Zügel und machte es mir möglich, abzusteigen. Mein Begleiter war mir, wie oft während der Reise, vorausgeeilt und konnte mir daher -nicht beistehen. Vor Sonnenuntergang kamen wir in die von Palmen, Dl- und Raktusbäumen eingerahmte Stadt Djenin, welche manche für das alte ' Lngannim im Stamme Isaschar (Jos. J9, 2H halten. Sie liegt auf der Grenze von Samaria und Galiläa und bildet die Pforte zur Ebene Lsdrelon, die einst Ebene Iesreel oder Megiddo hieß. Alle Bewohner der Stadt bekennen sich zum Islam, auch der Arzt, an den mir Miss. F. in Nablus ein Empfehlungsschreiben mitgegeben hatte, und der alsbald bereit war, mich während der Nacht zu beherbergen. Dr. Muhammed S. hat teilweise in Frankreich studiert und spricht die Sprache dieses Landes, so daß wir uns gut miteinander verständigen konnten. Er stammt aus Algier und ist der Sohn eines muhammedanischen Vaters und einer christlichen Mutter. Bei und nach dem Abendessen unterhielt er mich mit Erzählungen aus seinem Berufsleben. Von seiner Familie lernte ich nur seinen kleinen Sohn kennen. Seine Gemahlin blieb natürlich unsichtbar. Nicht lange nach meiner Ankunft rief der Mueddin (der Rüster)' vom Minaret der Moschee zum Gebet. Die fünf Oebetszeiten der Muhammedaner sind: Sonnenuntergang, Beginn der Nacht, Tagesanbruch, Mittag, Nachmittag. In der Moschee wird die gemeinsame

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