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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 11 (1891) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
11 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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hatte mit dem Gepäckpferd ungern so lange gewartet und mich bei meiner Rückkehr vom Iakobsbrunnen mit einem vielsagenden Hinweis auf den vorgerückten Stand der Sonne empfangen. Die schöne Lage der Stadt veranlaßte mich noch manchmal zurückzublicken. Ich konnte das um so mehr thun, als der am Anfang gute Weg nicht so viel Aufmerksamkeit verlangte. Nicht weit von einer alten Wasserleitung mußten wir jedoch die breite Straße verlassen und über einen rechts von ihr sich erhebenden Berg steigen. Hier wiederholten sich nun bald die Fährlichkeiten der beiden ersten Reisetage. Nachdem wir hin und wieder unschöne Dörfer gesehen, langten wir gegen ^0 Uhr an den Trümmern der Iohanniskirche in Sebastije oder Samaria an, die wie das gleichnamige Gotteshaus in Nablus von den Kreuzfahrern erbaut wurde. Auch hier ist jetzt eine Moschee. Zugleich umschließt der 50 m lange, 23 m breite Raum das angebliche Grab Johannis des Täufers. Als wir bei den weiter oben liegenden Überresten des von Merodes I. dem Augustus erbauten Tempels hielten, stellten sich verschiedene Bewohner des an dem Hügel sich hinaufziehenden muhammedanischen Dorfes ein, deren Aussehen den Eindruck von dem gewaltigen Unterschied zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit dieses Ortes verstärkte. fjier stand einst eine stolze Königsburg, um die sich andere Däuser herumwanden, so daß sich das ganze wie eine prächtige Krone (Ies. 28, 0 ausnahm. Hier fand auf Veranlassung des Propheten Elisa jenes Gastmahl der Syrer statt, welches eine Weissagung von der Versöhnung der Völker durch Christum darstellte (2. Kön. 6). Mehrmals zerstört, wurde die Stadt doch immer wieder aufgebaut. Der Name, den ihr Begründer, König Gmri, ihr beigelegt hatte, und der im 2. Jahrhundert v. Thr. auf die ganze Landschaft ausgedehnt wurde, machte andern Platz. Aus Samaria (Schomeron) wurde Gabinia, später, unter Merodes, 'der sie i. I. 30 v. Ehr. von Kaiser Augustus zum Geschenk erhielt, Sebaste oder Augusta. Zu christlicher Zeit gab es hier Bischöfe. Jetzt ist längst aller Glanz erblichen. In dem armseligen Sebastije der Gegenwart würden die früheren Bewohner ihre Heimat schwerlich wiedererkennen. So vergeht der Ruhm der Welt. Meine buntfarbigen biblischen Bilder machten auch diesmal der muhammedanischen Jugend Freude. Lin junger Mann, der mit den Kindern sich an mich herandrängte, verstand ein wenig Englisch. Auch am Südabhang des Berges, auf dem Samaria lag, findet man eine Erinnerung an den ersten Merodes: zahlreiche, hochragende Säulen und niedrige Säulenstümpfe. Nachdem ich oben die Aussicht bewundert, ritt ich auf der entgegengesetzten Seite an den Überbleibseln der Rennbahn desselben Königs vorbei und ins Thal hinab, wo bald ein Flüßchen durchritten werden mußte. Und nun ging's aufs neue bergauf und bergab in nördlicher Richtung. Die Bilder, die sich mir darboten, waren oft recht mannigfaltig: Frauen am Brunnen, Wirten mit ihren Schafen oder Ziegen, Karawanen mit Eseln und Kamelen, einzelne bewaffnete Männer u. s. w.

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