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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 11 (1891) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
11 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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82 zeugung haben die alt- und die neugläubige Richtung ihre Kraft er-' schöpft. — Blicken wir auf (Österreich! Von \2 Israeliten, die Miss. Händler in Wien unterrichtete, wurden drei getauft. Ein jüd. Mitglied des Reichsrats, welches besuchte, meinte, Lhrist und Antisemit seien gleichbedeutend. Der Mann behauptete daher, wenn Lhristus jetzt lebte, würde er kein Lhrist sein. Miss. Rosenstrauch in Lemberg bemerkt, daß die von ihm verbreiteten Schriften oft in der Stille in weitere Kreise dringen und Segen stiften. Von seinen sechs Schülern starb einer an der Influenza. Einer empfing die Taufe. In der Regel ziehen die dortigen Taufbewerber es vor, im Ausland überzutreten. Das Gesetz verlangt nämlich für Galizien die Erstattung einer Taufanzeige an die bürgerliche Behörde, welche hierauf den Vorstand der zuständigen jüd. Gemeinde amtlich auffordert, den Getauften aus dem Synagogenverbande zu entlassen. Ein proselyt wird durch dies Verfahren dem Haß und der Verfolgung ausgesetzt. Miss, pick in Krakau hatte oft mit russischen und rumänischen Auswanderern zu thun und konnte unter viele das Brot des Lebens, aber auch eigentliches Brot verteilen. Manche Juden kauften trotz ihrer Armut das Reue Testament, p. berichtet von der Taufe eines Schülers. Gemäß seiner Beobachtung nehmen Unglaube und Gleichgiltigkeit gegen alles heilige unter den Krakauer Lhasidim immer mehr zu. — Aus Rußland schreibt der Warschauer Missionar, Dr. Lllis, daß die Juden seines Bezirkes jetzt zugänglicher seien als früher. Manchmal erschienen 65—72, durchschnittlich aber 38 in seinen Sabbatgottesdiensten. Liner wurde getauft. Fast an jedem Nachmittag macht E. teils allein, teils mit seinen Gehilfen Hausbesuche. Sonntags hält er englische Gottesdienste, Montags deutsche Betstunden ab. Pastor Faltin in Kischinew, der bis zum September eine Beihilfe für seine Missionsarbeit von London erhielt, berichtet von 2\ Taufen. — In der Hauptstadt Frankreichs wirkt Miss. Mamlock mit einem Kolporteur. Die pariser Missionshalle wurde von Juden der verschiedensten Länder, wie der verschiedensten Geistesrichtung besucht. — Auf dem italienischen Arbeitsfelde sind Frau Burtchaell, als Leiterin der Missionsschule in Rom, die von großem Nutzen ist, und der Missionsgehilfe Arias angestellt. Die Reisen des letzteren lieferten viele traurige Beweise von dem unter den Israeliten herrschenden Un- und Aberglauben. — Von dem Eifer, mit welchem in Rumänien gearbeitet wird, zeugt u. a., daß für verkaufte heilige Schriften (darunter 5^2 Neue Testamente) und Traktate nahezu \200 Mk. eingingen. Die Bücherboten und ihr Leiter, Miss. Mühlenbruch in Bukarest, besuchten im ganzen 77 Städte, in denen Juden wohnen. Auch die Gattin des Missionars ist eine tüchtige Missionsgehilfin. Der von ihr gegründete deutsch-englische Frauenverein, den sie „Dorkas-Gesellschaft" (Ap.-G. 9, 36 ff.) nennt, sorgte zu Weihnachten für die Bekleidung armer Kinder der Missionsschule. — Auch in der Hauptstadt der Türkei wird der Same des Wortes Gottes reichlich ausgestreut. Sieben Schüler von Miss. Ginsburg wurden getauft. Für die Verwaltung des Missionsamtes in Konstantinopel ist die Kenntnis einer ganzen Anzahl Sprachen Vorbedingung.

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