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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 10 (1891) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
10 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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79 Aus Jerusalem. Am Ostermontag wurde der Evangelist Bschara Kanaan von Bet-Djala zum -Hilfsprediger für diese Gemeinde geweiht. Derselbe gehörte \8 Jahre lang, zuerst als Schüler, dann als Lehrer, dem Syrischen Waisenhaus an. Seit \2 Jahren wirkt er im Auftrag des Jerusalemsvereins in Bet-Djala. — Am \2. April kon- -firmierte Inspektor Schneller \? Zöglinge des Syrischen Waisenhauses in der deutschen Kapelle des Muristan. Abends wurde in der Anstalt das h. Abendmahl gefeiert. — Am 4. Mai fand wie alljährlich in Talitha Kumi das Jahresfest der beiden Kaiserswerther Anstalten in Jerusalem statt. Es sind jetzt 40 Jahre her, feit sie durch Fliedner begründet wurden. — Die im Kaiserswerther Krankenhaus an einem skroxhulösen Mädchen gemachten versuche mit dem lubsrouliuum. Loobii hatten einen überraschenden Erfolg. Auch im Aussätzigenasyl wurde dies Heilmittel angewandt. — Im neuen Rothschild'fchen Spital sind 26 Betten, aber alle nur für jüdische Kranke bestimmt. Das Haus wurde *888 eröffnet, nachdem das frühere Rothschild'fche Krankenhaus den Sephardim übergeben worden war. An drei Wochentagen kann die Poliklinik besucht werden. In der letzteren erscheinen alljährlich einige hundert Kranke. — Zum Patriarchen der griechischen Kirche zu. Jerusalem wurde von der Synode der in Damaskus wohnende bisherige Patriarch Don Antiochien, Gerasimus, erwählt. Der frühere Patriarch legte sein Amt im Sommer *890 nieder. _ . Volkslieder? in Palästina. wie der Evangelist Bschara Kanaan in Bet-Djala erzählt, pflegten die bei -dem dortigen Schulhausbau beschäftigten Knaben fast den ganzen Tag ihre Arbeit mit einem Gesänge zu begleiten, bei dem einer oder einige vorsangen und die andern nachsangen. Er teilt auch einige proben solcher Gesänge mit. In dem -einen, «welcher gewöhnlich zum Beginn einer Bauarbeit gesungen wird, ruft man Abraham an: „O du Freund Gottes, du Vater der Bauten und Vater der Gäste, ckomm' du hieher zu diesem Bau! Komm' zu mir wie ein Soldat!" weiter heißt es in diesem Liede: „Gott hilft. Er ist ein Helfer und Erretter, der dem Mose über Pharao geholfen hat. Pharao ist gottlos, gottlos und verflucht." Sind Lasten zu tragen, so ermuntert man sich mit folgenden Worten: „Die Kamele sagen: .,O, unser Zustand! Leget doch unsere Lasten auf unsere Sättel!' Man bringt die Kamele zum Tragen her. Da taugt ein Lässiger nicht." Zur Beschleunigung der Arbeit dient dies verschon: „Ihr seid kalt geworden, ihr Kalten, als setztet ihr «euch ums Essen herum!" Auch die Drohung fehlt nicht: „Meister, gieb uns Bach- -fchisch! Sonst kommen wir morgen nicht." Aus Briefen mn Mlfstonsfrennden. Je mehr ich die irdischen Grundlagen für die göttlichen Gnadenwirknngen -erkenne, desto mehr komme ich zu Ihrer Ansicht, daß für Israel als Volk noch ein Heil vorhanden ist. Ls ist auch Calvins Ansicht. Gottes Ziel ist nicht Zerstörung, sondern Verklärung des Irdischen. P. C.-E. 2. Zu meinem Bedauern habe ich in deu Zeitungen gelesen, daß die Londoner Gesellschaft die Arbeit in Breslau aufgiebt. Möchte unser deutsches Christen- Dolk nunmehr für die Mission an Israel recht erwärmt werden, sprechen doch so Diele Zeichen der Zeit dafür, daß der Zeitpunkt naht, wo die Fülle der Heiden eingehl und der HLrr mit Gnade sich seinem alten Bundesvolk zukehrt, daß auch Israel endlich zu seinem Messias komme und selig werde. L. S.-W. Zn 1. Mose 19, 24. Der hier vorkommende zweimalige Gebrauch des Gottesnamens Jehovah «(Jahveh) hat zu der Vermutung geführt, daß der letztere eigentlich den Fimmel bezeichne. Aber Kön. 8, \ zeigt deutlich, daß der Name im Hebräischen da wiederholt wird, wo wir das rückbezügliche Fürwort anwenden. Der Vers lautet: „Damals versammelte Salomo die Altesten . . zu dem Könige Salomo" u. s. w. vgl. auch Hosea 7, wo Jehovah verspricht, daß er dem Hause Juda „durch Jehovah, ihren Gott, helfen werde".

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