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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 10 (1891) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
10 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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77 Gegend unheimlich genug aussieht. Aber mein sonst so harmloser Diener ließ sich bald darauf zur Verübung einer kleinen Räuberei hin- -reißen. Er entwand einem am Wege sitzenden Burschen eßbare Rräuter. Der Beraubte gab sich indessen zufrieden, als ich die Frevelthat meines Begleiters mit einer Drange sühnte. Rach Übersteigung eines Berges, der sich in der Nähe des alten Silo (Seilun) erhebt, rasteten wir an dem an seinem Fuß liegenden armseligen Rhün el-Lubbün. Die Pferde wurden an der Quelle getränkt. Ich mußte meine Mundvorräte mit dem Mukari und dem Wirt des „Gasthauses", welche beide gleich bedürftig waren, teilen. Auch meinen wein ließen sich die beiden Muhammedaner schmecken, nachdem sie die anfänglich aufgestiegenen Bedenken überwunden hatten. Nach mehrstündigem Ritt überschritten wirbei dem Dorf Hawüra die Grenze des Landes Samaria am südöstlichen Abhang des Garizim. Bei gutem Wetter bleibt man nun bis nach Nablus oder Sichern in der Ebene. Wir mußten wegen der aufgeweichten Wege in derselben über den mit Felsengeröll bedeckten Berg hinübersteigen. Als die Höhe erreicht war, fragte ich einen vorüberschreitenden Araber nach dem Namen der im Thale vor uns liegenden Stadt, obwohl ich wußte, daß es nur Nablus sein konnte. Jenseits des Thales erblickte ich den Lbal. Hüben und drüben waren einst je sechs Stämme der Rinder Israel aufgestellt, um Gottes Segen und Fluch zu verkündigen <Ios. 8). Zu meiner Rechten aber, da, wo das Thal in die Ebene von Machna mündet, lag der Iakobsbrunnen. während meine Seele in den tiefen Strom der heiligen Geschichte eintauchte, wurde ich durch zweierlei wieder in die Gegenwart zurückgezogen. Mein wackeres Roß, das im Lauf des Tages schon oft gestrauchelt war, kam auf dem glatten Felsenboden zu Fall. Ich blieb, wie man mir früher eingeschärft hatte, im Sattel sitzen, bis sich das Tier wieder erhob. Durch Gottes Gnade hatte die Sache keinerlei schlimme Folgen. Die zweite Störung meiner Träumereien verursachten Warnsignale in der vor uns liegenden türkischen Raserne. Da sie den bei uns üblichen ähnelten, konnte man sich in die liebe Heimat zurückversetzt fühlen. An der Raserne vorbei und durch Pfützen und Bäche um die Stadt herum reitend gelangte ich an das Haus des deutschen, aber der anglikanischen Rirche angehörigen Missionars F., dem ich einen Brief aus Jerusalem zu überbringen hatte. Er gewährte mir die gleiche Gastfreundschaft, wie ich sie bei seinem Amtsgenossen in Ramallah geuossen hatte. Da Hr. F. schon 26 Jahre am Grte weilt, konnte er mir die denkbar beste Auskunft über alles erteilen. Die hiesige Mission wurde von Bischof Gobat begründet, der F. \8(5^ hierher sandte, ging aber \876 an die „Rirchliche Missionsgesellschaft" über. In Nablus hat die Gemeinde 83, in den fünf Außenstationen Mitglieder. In diesen fünf Drten befinden sich ebensoviele, in Nablus zwei Schulen. Die sämmtlichen Lehrer sind Araber. Unter den Schülern giebt es auch Rinder griechisch-katholischer Eltern. Auch mit den in Nablus wohnenden etwa 8 jüdischen (aschkenasischen) Familien und der Samariter-

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