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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 10 (1891) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
10 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Bethaniens unserm Inspektor vor, überbrachte diesem einen Gruß aus seiner Heimat und versprach einen Besuch im Syrischen Waisenhaus. Unsere eigene Gesellschaft löste sich schon unterwegs auf, da einige Mitglieder uns voraneilten. Wir übrigen waren erst nach { Uhr an den Mauern der h. Stadt, die wir umritten, und hielten um p/s Uhr am Thor des Waisenhauses. X. Ramallah und Nablus. Der 5. März d. I. war der Tag, an welchem ich von Jerusalem scheiden mußte. Der Morgen verging unter allerlei Zurüstungen auf die weitere Reise, hierzu gehörte ein proberitt auf dem Pferde, welches mich nach Tiberias tragen sollte. Für die Beschaffung von Nahrungsmitteln, die man auf einer Reise durchs Land bei sich führen muß, sorgte die Gattin meines Gastfreundes, Frau Inspektor S., in gewohnter Huld. Auch der notwendige türkische Paß, den ich durch Vermittlung des deutschen Konsulats erhielt, traf rechtzeitig ein, und so konnte der Aufbruch nach 3 Uhr nachmittags erfolgen. Line Reisegesellschaft hatte sich nicht gefunden. Ich war mit einem Mukari allein, der auf dem zweiten der beiden von mir gemieteten Pferde saß. Das letztere trug außerdem mein Gepäck. Später hörte ich von einem anglikanischen Geistlichen, der nicht nur, wie das bei mir der Fall war, ohne Begleitung und Bedeckung, ohne Waffe und gründliche Kenntnis der Landessprache, sondern auch ohne Pferd und Pferdeknecht durch Palästina gereist sei. Die einzige Vorsichtsmaßregel, welche dieser Herr anwandte, bestand darin, daß er seinen Talar anzog. Jerusalem zeigte sich mir bei meinem Scheiden in schönem Sonnenschein. Ls stimmte mich wehmütig, als ich zum letzten Mal auf die heil. Stadt zurückblickte, auf die Stadt Davids und seines größten Sohnes, dessen sühnender Tod und welterneuernde Auferstehung hier ftattgefunden haben. Schwerlich wird es mir ja beschieden sein, diese denkwürdigsten Drte der Lrde noch einmal zu sehen. Der Weg, den wir eingeschlagen hatten, zog sich an den Königsgräbern vorüber die Höhe hinauf, auf welcher wir Mizpa Samuelis zur Linken hatten. Vorübergehende Fellachen erwiderten meinen Gruß: „Marimba!“ mit einer Verstärkung dieses Segenswunsches: „Marhabathi!“ Denn der Koran befiehlt: „Wenn Ihr mit einem Gruß gegrüßt werdet, so grüßet die Person mit einem besseren Gruß, oder erwidert zum wenigsten denselben. Denn Gott setzt alles auf die Rechnung." Lin Mann, der uns begegnete, verriet eine gewisse abendländische Bildung, indem er auf den arabischen Gruß mit dem französischen ,,8011 8oir, nionsieur!" antwortete. Linige besser gekleidete Reiter holten uns auf ihren flinken Lseln ein. Sie behielten trotz des bald steinigen, bald sumpfigen Weges die schnelle Gangart bei, so daß wir sie nach kurzer Zeit wieder aus den Augen verloren. Ls wurde allmählich dunkel; auch fing es an zu regnen. Da blitzte plötzlich zu unserer Rechten ein Licht auf, und gleich darauf hörten wir ein Glöckchen durch die tiefe Einsamkeit der Felsmassen klingen, in denen wir uns jetzt befanden. Wie ich später erfuhr, ist

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