Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 47 (1891)
- Issue
- 9 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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6 9 Aelt, das Thal des Baches Krith, in welchem einst der Prophet Elia die Wundermacht seines Gottes erfuhr ((. Kört. (7). Nun ging's wieder tief hinunter. Am Fuß des Berges verließen wir die nach Jericho führende Straße und ritten durch den ziemlich angeschwollenen Bach, dann nordwärts dem Dschebel Karantel oder Tuarantaniaberge zu, welcher als der Grt des HOtägigen Fastens und der Versuchung Jesu (Matth. H) angesehen wird, während die Pferde unter der Mbhut der Mukaris am Fuß des Berges zurückblieben, erklommen wir denselben auf halsbrecherischen Pfaden bis zu dem in ihn hinein gebauten russischen Kloster. Das Schönste an demselben war der Fernblick auf die tief unter uns sich ausbreitende Landschaft. Die. Mönche setzten uns nicht nur eingemachte Früchte, Wein und Kaffee vor, sondern zeigten uns auch ihre verschiedenen Räume, darunter die kleine Kapelle, wenn ich recht weiß, dient dies Höhlenkloster ebenso wie das berühmte Kloster Mür Süba als Strafkolonie für solche Brüder, die sich itt andern Klöstern Palästinas irgendwie vergangen haben. Der Abstieg war noch beschwerlicher als der Aufstieg, wer diese Berge, in deren Felsenhöhlen Einsiedler Hausen, näher kennen lernen will, muß schwindelfrei sein, wir kamen ohne Unfall hinunter, setzten uns wieder zu Pferde und ritten nun auf schmalen Saumpfaden nach der Trümmerstätte, welche den Platz des alten Jericho bezeichnet. Selbst die Palmen der „Palmenstadt" sind verschwunden. Dagegen bemerkte ich einen dichtbelaubten Maulbeerfeigenbaum: eine Erinnerung an die Geschichte des Zachäus, Luk. (9- Am Boden wuchsen unzählige Wiesenblumen. Rechts von den Hügeln, welche Jericho trugen, und auf denen vor 1(900 Jahren der Palast des ersten Merodes stand, fließt die Llisaquelle (2. Kört. 2) oder, wie sie auch genannt wird, die Sultansquelle. Nachdem wir ihr Wasser gekostet hatten, legten wir in einer halben Stunde den letzten Teil der für diesen Tag bestimmten Reise zurück. Es war beinahe 5 Uhr, als wir am Ziele, in Er-Rihä, einitrafen. Dies moderne Jericho liegt vielleicht an der Stelle des alten Gilgal oder nicht weit vom letzteren (Jos. H). Es ist ein armseliges Dorf mit niedrigen Hütten, die nur von wenigen europäisch gebauten Däusern überragt werden. Innerhalb und außerhalb des Dorfes sieht man Dattelpalmen, Sykomoren, Bananen, Typressen, Kaktus, Weinstocke, aber auch viel Dorngestrüpp. Wie das alte, so besitzt auch das neue Jericho allerlei altes Gemäuer: Überreste eines Turmes, Säulenbapitäle u. s. w. Lin Brief des russischen Archimandriten in Jerusalem, den einer unserer freundlichen Führer, Hr. A., besorgt hatte, öffnete uns das jenseits des Jordanhotels liegende russische Hospiz. (Die Russen besitzen hier auch eine Kirche.) Lin altes Mütterchen wies uns ,zwei geräumige Schlafzimmer an und bereitete mts auf seinem Samowar heißes Wasser. Die Pferde und ihre Wärter fanden unter den Bäumen des Gartens ein Unterkommen. In dem letzteren sah ich das Grab -eines Deutschen, des Or. Friedrich Mook, der zufolge der Grabinschrift um 29. September zu Bergzabern (Pfalz) geboren und als Teil-