Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 47 (1891)
- Issue
- 9 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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67 Teilnehmer beträgt 25—30. Die kleine evangelische Schule wird von 8 Rindern, % christlichen und H muhammedanischen, besucht. Unter Führung unseres arabischen Glaubensgenossen besichtigten wir nun die Stadt, und zwar zuerst die Außenseite der über der Höhle Machpela erbauten Moschee, in welcher Abraham und Sara, Isaak und Rebekka, Jakob und Lea begraben liegen. Christen dürfen in das Innere dieses Gebäudes nicht eintreten. Als wir Miene machten, über die Grenzlinie vorzurücken, schrie uns eine Schar Rinder an. Nur hohen Reisenden, wie dem Prinzen von Wales, wurde schon durch besondere Gnade des Sultans die Erlaubnis zum Betreten der Moschee gewährt. Den Unwillen der Jugend von Hebron erregten wir auch bei der weiteren Wanderung. „Nazarener" und „Juden" schalten uns die uns verfolgenden kleinen Fanatiker des Islam. Vor den Verkaufsstellen der Stadt stellte uns Hr. D. einige Besucher der evangelischen Gottesdienste vor. Zuletzt sahen wir den Teich, an welchem David nach 2. Sam. die Mörder Isboseths aufhängte. Inzwischen hatte die Gattin des Evangelisten, eine ehemalige Schülerin von Miss. M. in Bethlehem, uns den Tisch gedeckt. Sie .machte ihrem Namen „Sara" Ehre, wie die Stammmutter Israels (\. Mose \8), bewirtete sie die Gäste ihres Dauses aufs beste. Auch der zweite Hebroner Arbeiter des Jerusalemsvereins, der Missionsarzt I., dessen Rlinik und Apotheke an der belebtesten Straße der Stadt liegt, sowie ein Iudenmissionar, der J859 mit den Missionsarbeiten in Hamburg bekannt geworden war, hatten sich eingefnnden und erzählten uns von ihren Erlebnissen. Nach Tisch besuchten wir den Brunnen Lskol. hinter demselben liegt eine Quelle, die Nimra (Mamre?) genannt wird, von Ferne erblickten wir die Gräber Isais und Mephiboseths. Dann ging's hinaus zur Abrahamseiche, die, wie uns gesagt wurde, von Juden nicht besucht werden darf, von ihren vier mächtigen Ästen ist einer ganz und sind zwei halb erstorben, während einer noch grünt. Der Stamm hat einen Umfang von 7^2 m. Auf der Höhe des Hügels, an welchem der jedenfalls uralte Baum steht, befindet sich ein russisches Hospiz. Gegen $ Uhr saßen wir wieder im wagen, dem wir weit vorausgeeilt waren. Nach Sonnenuntergang kamen wir in die Nähe von Bethlehem, und schon gegen 8 Uhr waren wir im Syrischen Waisenhaus. Wie an jedem Freitagabend, strahlten die jüdischen Häuser in hellem Licht: die wöchentliche Illumination zu Ehren des Sabbaths. Daß es nach Sonnenuntergang auch auf den Straßen Jerusalems nicht ganz dunkel wird, ist die Folge eines löblichen Befehls der türkischen Obrigkeit. Diese verlangt, daß nicht nur jeder Wagen, sondern auch jeder Fußgänger eine Laterne trage. IX. Die Jordanaue und das Tote Meer. Der längste und letzte Ausflug, den ich von Jerusalem aus unternahm, galt dem merkwürdigen Landsee, welcher im Osten von der h. Stadt und ungefähr ^50 in tiefer als dieselbe (39^ m unter dem Mittelländischen Meer) liegt. Am 2. März, dem Montag nach Oculi, wurde bei schönem Wetter die dreitägig? Reise dorthin angetreten.